Auch der 35. Osterberglauf in Schlagenthin war ein voller Erfolg. Hinter dem stecken aber nicht nur hochmotivierte Sportler, sondern auch zahllose Helfer, die für Durchführung und Verpflegung zuständig sind.

Schlagenthin l Bereits morgens um 8 Uhr herrschte ein reges Treiben im Schlagenthiner Feuerwehrhaus. Fröhlich waren die Mitglieder des Schlagenthiner Heimatvereins bei der Arbeit, schnitten Gemüse klein, belegten Brötchen und tauschten Neuigkeiten aus.

"Wir unterstützen den Osterberglauf traditionell mit Verpflegung", erläutert die Vereinsvorsitzende Yvonne Ringwelski. In diesem Jahr kamen dabei ungezählte Kannen Kaffee und insgesamt 80 belegte Brötchen zusammen. "Der Renner sind unsere Brötchen mit Bouletten und die mit Hering." Nicht nur ein Hinweis auf das Bismarckjahr. "Beim letzten Mal kamen die Brötchen so gut an, dass wir in diesem Jahr noch mehr vorbereiten." Nicht nur im Feuerwehrhaus war bereits am Morgen viel los. Auch an der Turnhalle herrschte reges Kommen und Gehen. "Viele Läufer melden sich erst kurz vor dem Rennen an", erklärt der Vorsitzende des Lauf- und Triathlonvereins Genthin, Siegfried Hünecke.

Der Verein hat sich im vergangenen Jahr neu gegründet und richtete den Lauf erstmals in seiner neuen Zusammensetzung aus. Zuvor war der Genthiner Radsportclub federführend. Der Zuspruch der Sportler und Besucher blieb aber ungebrochen. Am Ende waren in diesem Jahr insgesamt 197 Teilnehmer am Start, Kinder wie Erwachsene. Für die Betreuung waren die 25 Mitglieder des Lauf- und Triathlonvereins im Einsatz. In der Turnhalle nahmen sie Anmeldungen für die Laufdurchgänge an, teilten Startnummern aus und überprüften die Startmeldungen im Computer. "Bis kurz vor dem Rennen haben wir jede Menge zu tun, aber gleich nach dem Start wird es ruhiger", lachten die Helfer. Pünktlich ab 9.30 Uhr gingen die Läufer an den Start. Erst die Kinder, später die Erwachsenen. Dabei gab es spannende Laufduelle. Nicht nur Siegfried Hünecke bescheinigte den Teilnehmern eine hohes Niveau, auch Schlagenthins Ortsbürgermeister Horst Blasius lobte die Starter. "Das ist schon eine dolle Leistung", nickte er anerkennend. Blasius gehört wohl zu den größten Fans des Laufes.

"Ich habe bislang noch keine Veranstaltung verpasst", bekennt er und verrät: "Bei einer der ersten Veranstaltungen bin ich sogar selbst mitgelaufen und habe den dritten Platz belegt." Dass die Läufer damals schon von Zuschauern empfangen wurden, weiß er noch, ob es auch ein Geschenk gab, konnte der Ortsbürgermeister nicht sagen. Diesmal wartete Gabi Belicke auf die ankommenden Sportler und hatte einen Korb voller bunter Eier in der Hand. So viele, dass am Ende jeder Starter mit einem bunten Osterei bedacht wurde.

"Ich habe die nicht alle gefärbt", lachte die Überbringerin, "das haben die Mitglieder des Lauf- und Triathlonvereins selbst gemacht. Gerade für die zum Teil völlig erschöpft am Ziel ankommenden Kinder waren die bunten Ostergrüße die erste Aufmunterung. Eine besondere Aufgabe kam während der vier Rennen Egbert Siegert zu. Immer wieder schnappte er sich ein Fahrrad, begleitete die Läufer und sorgte für eine freie Strecke, so dass es keine Zusammenstöße zwischen Zuschauern und Sportlern gab.

Dennoch fiel es den Startern nicht leicht, den Kurs zu absolvieren. "Es ist eine anspruchsvolle Strecke, der Berg hat es in sich, das ist etwas völlig anderes, als im Flachen zu laufen", bestätigte der Sieger der Zwölf-Kilometer-Strecke Yves Löbel. Zweimal musste der Magdeburger auf dieser Distanz den Berg belaufen. Kurz hinter ihm war Bernd Breier aus Schackensleben ins Ziel gekommen. "Ich bin zum ersten Mal hier und muss sagen, es hat mir großen Spaß gemacht." Ihm gefiel besonders das Treiben rund um die Strecke.

Denn auch der Lauf- und Triathlonverein hatte einen Versorgungsstand aufgebaut. "Etwa 20 verschiedene Kuchensorten habe ich im Angebot", machte Jenny Weinmann Werbung für das leckere Buffet, das erst nach dem letzten Rennen richtig gestürmt wurde. Dabei half Tochter Marie tatkräftig beim Verkauf. Sie war zuvor auf der Sechs-Kilometer-Strecke als erste Dame durchs Ziel gekommen. Dort hatte ihr Bruder Paul das Rennen dominiert. Natürlich gehe es bei den Rennen auch um den sportlichen Ehrgeiz, meint Siegfried Hünecke. "Wichtig ist uns aber auch, dass die Familien zusammen herkommen, sich mit anderen treffen und nach dem Rennen noch ein wenig verweilen. So sorgt der sportliche Wettstreit auch immer für ein geselliges Beisammensein und bleibt ein Höhepunkt des Schlagenthiner Dorflebens.

   

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