Was machen eigentlich die Regionalbereichsbeamten in der Gemeinde Elbe-Parey? Die Aufgaben sind vielseitig. Polizeioberkommissar Frank Lorenz beschreibt einen "ganz normalen Tag", um davon einen Eindruck zu vermitteln.

Elbe-Parey/Bergzow l An diesem Montag, 13. April, ist Frank Lorenz allein im Dienst. Ein Schülerpraktikant hatte sich für diesen Tag angemeldet. Den holt er morgens in der Dienststelle in Burg ab.

Bevor das "Hineinschnuppern" in den Polizeialltag für den Praktikanten losgehen kann, muss dieser erstmal eine Belehrung "über sich ergehen lassen". Wichtigster Punkt: Verschwiegenheit. Was er an diesem Tag erlebt, darüber darf er nur sehr begrenzt erzählen. Über alles Persönliche beim Kontakt mit Bürgern, über noch so interessante Fälle und so weiter ist Stillschweigen zu bewahren.

Mit Bergzower Kita-Kindern ins Revierkommissariat

Der nächste Treffpunkt befindet sich ebenfalls außerhalb der Gemeindegrenzen: im Revierkommissariat Genthin. Dort war Frank Lorenz mit elf Kindern und einer Erzieherin der Kita Bergzow verabredet. Von dem gegenwärtigen Leiter des Revierkommissariats, Holger Meseberg, war vorher die Erlaubnis eingeholt worden, dass die Kinder das Polizeigebäude besichtigen dürfen. Unterstützt wurde Frank Lorenz bei dieser Tour von Heiko Möhring, RBB in der Einheitsgemeinde Genthin.

Besucht wurde bei dem Rundgang die Unfallsachbearbeiterin Angela Schwarzkopf, die den Kindern anhand eines aktuellen Beispiels erklärte, wie man sich mit dem Fahrrad im Straßenverkehr richtig verhält. Kriminalist Torsten Schermaul fertigte anschließend ein gemeinsames "Fahndungsfoto" an.

Beim Frühstück wurde den Kindern eine Kurzgeschichte vorgelesen, bevor zum Abschluss ein Polizeiauto außen und innen besichtigt werden durfte.

Frank Lorenz hatte für die Kinder noch Kalender, Bleistifte und Lineale besorgt, die sie in die Kita mitnehmen durften.

Verkehrserziehung im Grundschulzentrum Güsen

Nächste Station für den Regionalbereichsbeamten und seinen Praktikanten war das Grundschulzentrum Güsen. Hier erfolgte innerhalb von vier Tagen die praktische Verkehrserziehung für die Kinder der 1. bis 4. Klasse. Dazu war auch die Verkehrswacht vor Ort.

Bevor Frank Lorenz dann den Schülerpraktikanten wieder verabschiedete, sprach er mit ihm noch über die Aufgaben der Polizei, über die Vielseitigkeit dieser Tätigkeit und darüber, wie man sich bei der Polizei bewirbt.

Anschließend ging ein dringender Telefonanruf bei der Polizei ein. Eine Frau rief an und teilte mit, dass ihre Mutter durch Telefonanrufe bedroht wird und dadurch fix und fertig ist. Die beiden suchte Frank Lorenz umgehend auf. "Es scheint eine neue Masche zu sein, dass unbekannte Täter, oft mit ausländischer Telefonnummer, vorwiegend bei älteren Menschen anrufen und eine größere Summe Geld - meist mehr als 20 000 Euro - fordern", berichtet der Polizeibeamte. "Sie drohen mit einem Gerichtsvollzieher, wenn nicht gezahlt wird. Gleichzeitig wird ein Rechtsanwalt angeboten, der `nur` 7 000 Euro kosten würde."

Verhaltenstipps für ältere Bürger bei Drohanrufen

Frank Lorenz rät, in solchen Fällen ruhig zu bleiben, sich nicht unsicher machen zu lassen. "Wer weiß, dass er niemandem Geld schuldet, braucht auch nichts zu befürchten. Wer auf solche Anrufe nicht reagiert, wird in der Regel in Ruhe gelassen."

Trotzdem empfiehlt er, sich Tag, Uhrzeit und Inhalt solcher Drohanrufe zu notieren, und - wenn möglich - auch die Telefonnummer, und Anzeige zu erstatten. Auch in diesem Fall sei Anzeige wegen Nötigung erstattet worden, und Frank Lorenz gab den Frauen die entsprechenden Verhaltenstipps.

Solche Einzelgespräche zur Aufklärung führen er und sein Kollege Uwe Müller öfter, sagt Frank Lorenz. "Sie kommen gut an." Den Menschen, besonders älteren Bürgern, kann so ein wenig mehr Sicherheit gegeben werden.