Burg. Nun ist es vorbei mit dem Schwatzen im Unterricht, dem Blödeln in der Hofpause und dem angeregten Diskutieren mit Lehrern und Mitschülern. Jetzt wird nur noch für die Prüfung gepaukt. Heute steht für die Abiturienten des Landes die schriftliche Deutschprüfung an. Am Freitag noch haben die Schüler des Fachgymnasiums Wirtschaft und Verwaltung der Berufsbildenden Schulen Conrad Tack in Burg ihren letzten Schultag gefeiert. Und dabei ging es zu wie auf einem Bauernhof.

Die jungen Frauen und Männer präsentierten sich in liebevoll gestalteten Kostümen als Huhn, Pferd, Bauer, Biene, Katze, Tierärztin ... Mit Traktoren, Stroh und Papptieren verwandelten sie den Schulhof in eine Bauernscheune. Mittendrin mussten die Lehrer um Schulleiter Stefan Bruns Platz nehmen. Es ist Tradition, dass die Lehrer am letzten Schultag den Worten der angehenden Schulabgänger gehorchen müssen. Und die hatten sich zur Freude der unteren Klassen einiges einfallen lassen: Eierlaufen, Sackhüpfen, mit geschlossenen Augen Lebensmittel erkennen. Wagemutig landeten die Finger in Nudeln, Butter oder Götterspeise.

Für Schulleiter Bruns verabschiedet sich mit dem Abiball am 9. Juli ein sehr kleiner Jahrgang. Nur 23 Schüler waren dabei. "So wenige hatten wir noch nie", sagte er. Grund sei unter anderem der Geburtenknick. "Doch schon im nächsten Schuljahr sieht die Situation wieder besser aus."

Die jungen Frauen und Männer wissen, was sie für ihre Zukunft wollen. Fast alle haben bereits einen Ausbildungsplatz oder gehen zum Studium. "Dieser Jahrgang hat auch super Chancen auf dem Arbeitsmarkt", meint der Schulleiter. "Schließlich sucht die Wirtschaft Fachkräfte. Bald stehen mehr Lehrstellen frei als es Bewerber gibt."

Maria Sasse (19) aus Möser hat auch schon klare Vorstellungen, was nach dem Abitur geschehen soll. "Ich werde in Potsdam Lehramt studieren", verrät sie.

Marcel Suchomski (19) aus Gommern hat seinen Ausbildungsplatz schon in der Tasche. "Ich werde in Magdeburg Industriekaufmann, mein Wunschberuf", sagt er.

Susanne Richter (18) aus Wüstenjerichow hofft auf einen Ausbildungsplatz zur Erzieherin in Brandenburg. "Klappt das nicht, mache ich ein freiwilliges, soziales Jahr."

Florian Paske (19) aus Genthin hat seinen Lehrstellenvertrag auch schon unterschrieben. "Ich werde Verwaltungsfachangestellter, am 1. August geht es los", sagt er.

Charlyn Herzog (19) aus Dörnitz kann auch durchatmen. "Ich mache in Brandenburg eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Die Zusage kam vor zwei Wochen."

   

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