Osterwieck (mhe) l Einen Bericht über den Sanierungsstand des "Bunten Hofes" gaben Geschäftsführerin Claudia Hennrich und Architektin Bettina Stöckicht aus dem Deutschen Fachwerkzentrum Quedlinburg im Osterwiecker Bauausschuss. Demnach seien bisher Aufträge über 673 000 Euro vergeben worden, wovon zurzeit etwa die Hälfte ausgezahlt worden sei. Teils habe es günstigere Ausschreibungsergebnisse gegeben, so dass mögliche Kostensteigerungen in anderen Gewerken aufgefangen werden könnten.

Die Gesamtkosten für die Sanierung des 435 Jahre alten Adelshofes sind mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Davon bekommt die Stadt als Bauherrin über 80 Prozent bezuschusst. Die Fertigstellung ist für Ende 2015 geplant.

Die Kosten stellten die Vertreterinnen des Fachwerkzentrums aber nicht in den Vordergrund ihres Berichts. Hennrich erläuterte nochmal ausführlich die Probleme, den Nachweis nach der DIN-Norm für die Statik zu bekommen, was die Erteilung der Baugenehmigung um zehn Monate verzögert habe. Dabei sei es um die Windlasten des 18 Meter hohen Gebäudes gegangen. "Die Windlasten hat der Bau 400 Jahre lang sauber abgetragen", stellte Hennrich fest. Mit Hilfe namhafter Statiker habe man das Problem mit der Einhaltung der DIN-Norm gelöst. Und zwar so, dass keine Stahlträger, wie in dem Fall oft in Fachwerkbauten nötig, eingebaut werden mussten. Eine Verstärkung des Gebälks aus Holz sei die Lösung gewesen. "Das war ein lange Weg, aber er hat sich gelohnt." Die Kosten für die Statik habe man mit Hilfe einer Bundesförderung mit einer Förderquote von 95 Prozent abdecken können, erklärte Hennrich.

Auch das Nachweisverfahren für den künftigen Standort der Stadt- und Schulbibliothek im Fachwerkhaus habe man führen können. Dazu sei viel gewogen und gemessen worden, auch um die idealen Standorte für die Bücherregale zu bestimmen.

Die Arbeiten im "Bunten Hof" laufen auch jetzt im Winter über. "Im Februar sind immer drei bis vier Gewerke vor Ort." Die Schieferarbeiten am Westgiebel würden in Kürze abgeschlossen. Der Weiterbau des separaten Fahrstuhl- und Treppenturms sei abhängig von den Fertigteiltreppen, die ein Betonwerk herstellt.