Risse in der Hauswand sind für jeden Hauseigentümer unangenehm. Risse in der Burgwand in einer Höhe von etwa 15 Metern sind jedoch ein Alptraum. Mit einem ersten Bauabschnitt wurden wichtige Schritte zur Stabilisierung der Wände gemacht. Zur Baubnahme zeigten sich alle Beteiligten hoch zufrieden.

Schlanstedt l Dass sich die Hausherrin Angela Brümmer mal so über ein Baugerüst freuen würde, hätte sie sich nicht träumen lassen. Die junge Frau wohnt auf der Burg Schlanstedt und hat das ehrgeizige Ziel, diese Burg zu erhalten und nach und nach komplett zu nutzen. Dazu hat sie sich einem Stab von Fachleuten anvertraut, die sie bei Planung und Umsetzung begleiten. Über allem stehe der Denkmalschutz, der über jede geplante Veränderung informiert werde. Michael Weber aus Darlingerode unterstützt die junge Burgherrin als Bauleiter. Diesem ersten Bauabschnitt, dessen Abnahme nun erfolgt ist, ging ein Papierkrieg von etwa zwei Jahren voraus. Angela Brümmer erinnert sich: "Das war schon sehr bewegend, als tatsächlich das Gerüst aufgestellt wurde."

Die Risse gebe es schon lange, beschreibt Angela Brümmer die Situation. "Und wir hatten große Angst, dass sie schnell schlimmer werden könnten." Bauleiter Michael Weber beschreibt das Vorgehen: "Noch vor dem Winter haben wir einen Rissmonitor selbst gebaut, der jede Bewegung im Mauerwerk anzeigen würde." "Nichts hat sich bewegt", freut sich Angela Brümmer, "danach waren wir sicher, an welcher Ecke wir anfangen müssen."

Den Auftrag ausgeführt hat die Firma Bennert, ein Fachbetrieb für Bausanierung aus Klettbach in Thüringen. Michael Weber zeigt sich zufrieden mit deren Arbeit: "Die längste Bohrung, die durch das Mauerwerk gesetzt werden musste, war 19 Meter lang. Meterweise wurde das Bohrgestänge verlängert. Als der Bohrer punktgenau dort herauskam, wo er sollte, war das beeindruckend. Die haben genau gewusst, was sie tun." Die Wände stabilisieren sich nun durch ihr Eigengewicht auf den Anker. Die Risse selbst wurden mit Lochbändern aus Edelstahl versehen, die ein Weiterreißen verhindern sollen.

Diese erste Bauabnahme sei ein ganz wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sind sich alle Beteiligten einig. Auch Frank Habrecht von der Stiftung der Kreissparkasse Halberstadt, die einen Teil der Kosten übernommen hat, ist beeindruckt. Er ließ sich von Angela Brümmer den zweiten Bauabschnitt erläutern, für den die Stiftung ebenfalls schon Unterstützung zugesichert hat.

Zu Ostern wäre eine ideale Gelegenheit, sich von den Fortschritten auf der Burg Schlanstedt zu überzeugen. Auf alle Kinder warten am Sonntag und Montag eine Hüpfburg und mittelalterliche Spiele nach Ritterart im Burghof.

In der historischen Burggaststätte werden Speisen und Getränke nach alten Rezepten serviert. An beiden Tagen gibt es ein spezielles Ostermenü. Für Ostermontag ist ab 11 Uhr ein Brunch geplan. Voraussetzung ist, dass mindestens 20 Personen reserviert haben.

Reservierungen werden erbeten per E-Mail an reservierung@burg-schlanstedt.de und unter Telefon (03 94 01) 639 33

 

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