Wem schier alle Türen in der Arbeitswelt offen stehen, der tut sich schwer mit einer Entscheidung. Orientierungshilfe hat es bei einem Berufsberatungstag am Fallstein-Gymnasium gegeben. Weiteres Ziel der Organisatoren: Jugendliche in der Region zu halten.

Osterwieck l Studieren oder doch eine Ausbildung absolvieren? Großstadt oder hier bleiben? Was genau macht eigentlich ein Banker, eine Altenpflegerin oder ein Versicherungsvertreter? "Die Bandbreite von Berufen ist unübersichtlich groß. Hinzu kommt, dass man manchmal gar nicht weiß, was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt", sagt Heike Gerloff.

Um ihren Schülern die Qual der Wahl zu erleichtern, hat die Lehrerin zusammen mit der Stadt Osterwieck am Mittwochabend zum dritten Mal eine Berufsorientierungsveranstaltung im Fallstein-Gymnasium ausgerichtet. Vertreter von Arbeitsagentur, Unternehmen und Hochschulen aus der Region erläuterten den Schülern und ihren Eltern an zwölf Ständen Ausbildungsinhalte, Möglichkeiten für Praktika und weiterführende Schritte in Richtung Karriere. Einige der Präsentierenden sind Ehemalige des Gymnasiums, berichtet Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (BUKO) erfreut.

Wie wichtig die Vorbereitung für die Zeit nach der Schule ist, weiß Heike Gerloff aus Erfahrung. "Bei meinem Sohn war es ein schwieriger Prozess, das richtige Studium zu finden", erinnert sich die Wirtschaftslehrerin. Mittlerweile sei der 26-Jährige zufrieden - allerdings auch umgezogen für seine Ausbildung.

"Wer einmal weg ist, kommt wahrscheinlich nicht wieder", sagt Peter Eisemann, Wirtschaftsförderer der Stadt und Mitorganisator. "Wir können den demografischen Wandel nicht aufhalten, aber versuchen, den Wegzug einzudämmen." Ziel sei es deshalb, Jugendliche mit attraktiven Berufsaussichten in der Region zu halten. "Viele wissen vielleicht gar nicht, welche vielfältigen Möglichkeiten die Stadt und Umgebung bieten. Das wollen wir ihnen aufzeigen", ergänzt Heike Gerloff.

An der Organisation einer ähnlichen Veranstaltung für die Sekundarschüler der Thomas-Mann-Schule in Dardesheim arbeite die Stadt Osterwieck derzeit gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, teilt Eisemann mit.