Tausende Liter müffelndes Abwasser werden täglich im Klärwerk Halberstadts in sauberes Wasser verwandelt. Seit 20 Jahren ist die Abwassergesellschaft Halberstadt dafür zuständig. Das Jubiläum ist Anlass für Rundgänge und ein Familienfest gewesen.

Halberstadt l Jeden Tag kommen rund 8000 Kubikmeter Schmutzwasser in der Kläranlage Halberstadts an. Aus der Kernstadt, aus Aspenstedt, Athenstedt und Ströbeck. Das Wasser wird im Rechenhaus "geharkt". Um Papier und anderes aus dem trüben Wasser zu fischen. Im Sandfang hinter diesem Gebäude löst sich das Fett aus dem Wasser und schwimmt in hellen Kügelchen an der Oberfläche. Ist es abgeschöpft, kommt es in den Faulturm. Dahin, wo auch der Klärschlamm am Ende des Reinigungsprozesses landet, um richtig zu gären. Das dabei entstehende Methangas treibt ein kleines Blockkraftheizwerk an, wärmt so die Räume der Abwassergesellschaft (AWH), das Wasser für die Duschen und liefert Strom.

All das und vieles mehr erfuhren die vielen Wissbegierigen, die sich für die Rundgänge über das Klärwerksgelände angemeldet hatten. Lutz Rahn, Marco Siewert und Ronald Nossal vom Mitarbeiterteam der AWH standen bereit, um alle Fragen zu beantworten. Rümpften einige Besucher zu Beginn der Führung noch die Nase über das müffelnde Wasser, gab es am Ende Applaus für die vielen Erläuterungen. Da standen alle am Container, in dem der geruchlose, aber immer noch sehr nährstoffreiche schwarze Schlamm gesammelt wird. Er dient als Dünger für die Felder rund um Halberstadt. "Dafür, dass uns Landwirte den Klärschlamm abnehmen, müssen wir etwas bezahlen. Ebenso wie dafür, dass wir das gesäuberte Wasser in die Holtemme einleiten dürfen. Zusammen mit den Investitionen ins Kanalnetz und den Kosten für den Betrieb der Anlage findet sich das in den Abwassergebühren wieder, die wir als Bürger alle zu zahlen haben", erklärte Rahn.

Dass die Gebühren stabil zu halten, auch bei sinkender Einwohnerzahl, ein Ziel der Abwassergesellschaft sei, sagte AWH-Geschäftsführer Thomas Valentin, als er am Sonnabendmittag die Halberstädter zum Tag der offenen Tür begrüßte. Mit dem wollte das Unternehmen sein 20-jähriges Bestehen feiern.

Mit nur 19 Mitarbeitern leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz für die Stadt. Fließt doch seit Jahren Wasser vom Klärwerk in die Holtemme, in dem gelöste Problem- und Schadstoffe die vorgeschriebenen Grenzwerte weit unterschreiten, berichtete AWH-Mitarbeiter Lutz Rahn beim Rundgang.

Die Blaskapelle MTU aus Wegeleben sorgte für Unterhaltung, Kinder konnten hüpfen, beim Kistenstapeln hoch hinaus kommen, ihre Schnellkraft beim Fußballschießen messen und sich schminken lassen. Im Festzelt und den aufgebauten Pavillons saßen die Gäste, ließen sich Herzhaftes und Süßes schmecken und lauschten dem Showprogramm.

Das gestalteten unter anderem die Cheerleader sehr temporeich und die Anne-Frank-Grundschüler mit einem Musical. Das brachten sie trotz des einsetzenden Regens gekonnt auf die Bühne.

   

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