Die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Klein Quenstedt hielten gemeinsam mit dem Chef der Halberstädter Wehr Rückschau auf das Jahr 2010. Besonders stolz dürfen die Brandschützer auf ihre Kinder- und Jugendarbeit sein.

Klein Quenstedt. "Hervorragend" seien die Ergebnisse im Einsatz- und Ausbildungsjahr 2010 gewesen, bedankte sich Ortsbürgermeister Hubertus Baer sichtlich stolz bei den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr Klein Quenstedt. In seinem Rechenschaftsbericht hatte Wehrleiter Edgar Nose zuvor dargestellt, dass die 21 aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr 704 Dienst- und Ausbildungsstunden geleistet hätten. Dazu kämen noch 188 Stunden, die zur Absicherung von Veranstaltungen im Theater Halberstadt als Wachdienst zur Brandsicherheit erbracht wurden.

Das war aber bei Weitem nicht alles, was die Mitglieder an persönlicher Freizeit in den Feuerwehrdienst investiert haben. Neben der Ausbildung am Standort, haben Thomas Tunsch, Sebastian Kollhoff, Elke Nose, Edgar Nose, Alexander Rößling, Mandy Viering und Peggy Prietzel an Fortbildungsveranstaltungen beim Landkreis Harz oder an der Landesfeuerwehrschule in Heyrothsberge mit Erfolg teilgenommen.

Obwohl im Ortsteil Klein Quenstedt selbst im Jahr 2011 kein Einsatz der Wehr erforderlich war, mussten die Kameradinnen und Kameraden dreimal zur Unterstützung bei Großbränden nach Halberstadt ausrücken.

1318 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet

Dass man sich auf die Mitglieder der Wehr auch dann verlassen könne, wenn es gelte, das Dorfgemeinschaftsleben zu fördern, machte der Wehrleiter an einigen Aktivitäten deutlich: Dazu gehörten die Absicherung des Maifeuers, die Teilnahme an der Vorbereitung und am Ablauf der 825- Jahrfeier oder die Organisation von zwei Blutspendeterminen im Feuerwehrhaus. Insgesamt hätten die Mitglieder dafür nochmals 1318 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit geleistet.

Trotz der positiven Bilanz musste Ortswehrleiter Edgar Nose aber einschätzen, dass nach wie vor die Einsatzbereitschaft besonders an den Wochentagen während der Arbeitszeit nicht sichergestellt werden könne. An den fehlenden Arbeitsplätzen im Einzugsbereich werde sich sicher auch in Zukunft nichts ändern lassen.

Trotzdem oder gerade deshalb werde in Klein Quenstedt seit vielen Jahren sehr erfolgreich eine gezielte Nachwuchsarbeit geleistet, berichtete Jugendfeuerwehrwartin Mandy Viering. Mit drei Jungen und sieben Mädchen sei die Anzahl der Mitglieder in der Jugendfeuerwehr stabil geblieben. Auch die Mitgliederzahl in der Kinderfeuerwehr "Kleine Feuerlöscher" sei mit fünf Jungen und einem Mädchen durchaus zufriedenstellend.

Allerdings wäre hier, so ihr Aufruf, Platz für weitere Kinder, die sich für die Feuerwehr interessieren. Vielfältig seien auch bei den Kleinsten die Aktivitäten gewesen: Ein Stadtzeltlager in Almke bei Wolfsburg, der Orientierungsmarsch in Langenstein und ein Bowlingwettbewerb in der Halberstädter Rathauspassage waren beliebte Freizeitangebote. Darüber hinaus beteiligten sich die Betreuer und Kinder auch am Frühjahrsputz im Ort.

Mit einer besonderen Überraschung war der Vorsitzende des Feuerwehr-Fördervereins St. Florian Halberstadt, Stefan Walther, angereist. Er übergab der Wehr einen Beamer und einen Laptop.

Die rund 1000 Euro dafür seien gut angelegt, weil damit die laufende Ausbildung zukünftig moderner und effektiver gestaltet werden könne. Auch den Kindern komme diese Technik für Vorführungen und Präsentationen zu Gute.

Stadtwehrleiter Harald Böer nutzte die Gelegenheit, den Angehörigen für die gute Zusammenarbeit zu danken. Er machte deutlich, dass sich die zur Stadt Halberstadt gehörenden Feuerwehren den zukünftigen Anforderungen vermehrt stellen müssten. Die Feuerwehren lebten nicht in einem "finanzfreien Raum" und seien auch keine "heiligen Kühe". Deshalb werde es, besonders auch im Hinblick auf die Konsolidierung der Stadtfinanzen, Fragen geben, auf die die Feuerwehren Antworten finden müssen. Eine wichtige Grundlage für neue Überlegungen bilde die aktualisierte Gefahrenanalyse und die auf dieser Grundlage erstellte Brandschutzbedarfsplanung.

Gemeinsam mit Ortswehrleiter Edgar Nose beförderte Harald Böer Sebastian Kollhoff zum Oberfeuerwehrmann und zeichnete ihn sowie Steven Göpner für eine zehnjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr aus. Auf eine 20-jährige Zugehörigkeit kann René Prietzel zurückblicken, auf 30 Jahre Feuerwehrdienst dürfen Harald Heiß und Edgar Nose stolz sein. Ihnen wurden eine Urkunde und die dazugehörige Anstecknadel überreicht.