Der Winter hat eine Pause eingelegt. Auf vielen Straßen werden die ersten Schäden sichtbar, die Frost und Streusalz hinterlassen haben. Teils tiefe Löcher, Risse und bröckelnde Pisten lassen vermuten, dass dieser Winter wieder teuer wird.

Halberstadt. Eis und Schnee sind geschmolzen, nun sind sie nicht mehr zu übersehen, die Löcher auf den Straßen in Stadt und Land. Was nach dem letzten Winter schnell geflickt wurde, brach jetzt wieder auf. Frost, Tauwetter und Streusalz haben im Verbund bereits ganze Arbeit geleistet. Und der Winter ist lange noch nicht vorbei. Die Halberstädter Volksstimme befragte die Stadt, die für die kommunalen Straßen verantwortlich ist, sowie die Straßenmeisterei Halberstadt (Bundes- und Landesstraßen) und den Kreisbauhof (Kreisstraßen), ob es schon einen Überblick über die Schäden und den zu erwartenden Reparaturaufwand gibt.

"Die Mitarbeiter der Tiefbauabteilung der Stadt sind derzeit dabei, sich einen Überblick über die Schlaglochsituation zu verschaffen. Für eine Bestandsaufnahme insgesamt ist es noch zu früh. Die Witterungsverhältnisse sind unbeständig, weitere Frostperioden sind nicht auszuschließen", informierte Ute Huch, Sprecherin der Stadtverwaltung. Bereits der vergangene Winter hatte die Stadt kalt getroffen und nicht nur Löcher in die Straßen, sondern auch in die Stadtkasse gerissen. 150 000 Euro wurden 2010 für die Werterhaltung und den Straßenbau ausgegeben. "Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Summe für die Beseitigung der Schäden ausgegeben wurde", so Ute Huch. Präziser lasse sich das derzeit nicht sagen. Ist die Stadt auf diesen Winter finanziell vorbereitet?

"Es wurden sicherheitshalber wieder 150 000 Euro angemeldet, um gut vorbereitet zu sein", berichtet Ute Huch.

Wie aus der Tiefbauabteilung der Kreisstadt zu erfahren war, soll das für die kommende Woche angesagte milde Wetter genutzt werden, um die großen, unfallgefährdenden Schlag- löcher zu flicken.

"Die Mitarbeiter der Tiefbauabteilung der Stadt sind derzeit dabei, sich einen Überblick über die Schlaglochsituation zu verschaffen."

Insbesondere seien hier während der bereits laufenden Kontrollen die Schuhstraße, die Puschkinstraße und die Kühlinger Straße aufgefallen. "Da die Stadtverwaltung auf ihren Straßen und den öffentlichen Parkplätzen die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten muss, sollen kleinere Reparaturen so schnell wie möglich vorgenommen werden. Kleinere Reparaturen bedeuten, Kaltmischgut in die Löcher einzubringen", so Manfred Wegener, Tiefbauamtsleiter der Stadtverwaltung Halberstadt.

"Dabei sind wir jedoch auf milde Temperaturen angewiesen, da Straßenreparaturen bei frostigen Temperaturen rausgeschmissenes Geld sind", sagt Manfred Wegener. Erste Reparaturaufträge sind seinen Ausführungen zufolge bereits an den Stadt- und Landschaftspflegebetrieb (Stala) geschickt worden.

Im Landratsamt Halberstadt liegt derzeit noch kein detaillierter Schadensbericht von den Kreisstraßen im Altlandkreis Halberstadt und der Kreisstadt vor.

"Auf Euro und Cent können auch wir den Schaden noch nicht festlegen. Trotz der derzeit milden Witterung darf man nicht vergessen, dass wir uns noch mitten im Winter befinden", sagt Hans-Joachim Kneisel von der Straßenmeisterei Halberstadt. Nach seinen Worten würde man sich daher zu diesem Zeitpunkt über "ungelegte Eier" unterhalten. Was jedoch nicht bedeute, dass die Straßenmeisterei die bereits aufgetretenen Schäden bis zum Frühjahr ignoriere. "Wir sind schon bemüht, die Löcher Schritt für Schritt zu reparieren, um ein problemloses Fahren auf den Straßen sicherzustellen", betont Kneisel. Daher habe man unter anderem mehrere Winterschäden unter anderem auf der B 81 (Wilhelmshöhe) sowie die Löcher auf der Landesstraße 83 in der Ortslage Halberstadt (Röderhofer Straße) trotz Frostes bereits geflickt. In diesem Fall habe man die teils bis zu zehn Zentimeter tiefen Schlaglöcher jedoch nicht vollständig schließen können. "Die waren so tief, dass wir zweimal Material einbringen müssen, das kann jedoch nur in zwei Schritten erfolgen", informiert Hans-Joachim Kneisel. Außerdem dürfe man auch nicht vergessen, dass der jetzt eingebrachte Bitumen nicht die Qualität und damit Lebensdauer hat wie der Heißeinbau.