Die Spiegel-Schüler sind stolz. Als einziges Schulprojekt in Sachsen-Anhalt haben sie die Freistil-Krone gewonnen. Am letzten Schultag vor den Ferien konnten sie den Preis entgegennehmen.

Halberstadt l Zur Preisverleihung nach Halle konnten sie nicht fahren, also kamen die Macher des landesweiten Jugendengagement-Wettbewerbs "Freistil - Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt" von Halle nach Halberstadt. "Euer Projekt ist so toll, dass wir uns entschieden haben, euch den Preis persönlich vorbeizubringen", sagte am Mittwochmorgen Stefan Vogt. Er war gemeinsam mit Lina Wunderlich aus Halle angereist.

In der Sekundarschule "Freiherr Spiegel" wurden die beiden Mitarbeiter der Freiwilligenagentur Halle bereits erwartet. Direktorin Andreas Fellbaum, Schulsozialarbeiterin Carolin Kleinert und Lehrerin Annette Liesecke als "Unesco-Beauftragte" freuten sich, dass der Einsatz der Schüler solche Würdigung erfährt.

Mehr als 50 Beiträge waren für den Freistil-Wettbewerb aus ganz Sachsen-Anhalt eingereicht worden, berichtete Stefan Vogt. Doch nur ein einziges Schulprojekt wurde prämiert - das aus Halberstadt. "Was ihr uns vorgestellt habt, ist ein ganz außergewöhnliches Projekt, vor allem so, wie ihr es umgesetzt habt. Die Jury hat das dann genauso gesehen."

Im Dialog mit den Vertretern der Schulklassen ließ sich Vogt noch einmal genau berichten, was sich hinter dem Projekt "Anderen eine Freude machen" verbirgt.

Seit gut drei Jahren werden die Spiegel-Schüler in der Vorweihnachtszeit unter diesem Motto aktiv. Im vergangenen Jahr entwickelten sie mehrere Angebote. So wurde mit Flüchtlingskindern in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber gebastelt, gemalt und gespielt. Die Verständigung erfolgte vor allem mit Händen und Füßen, berichteten die Schülervertreter dem Hallenser.

Außerdem wurden in zwei Halberstädter Supermärkten unter dem Slogan "Kauf zwei, schenk eins" die Kunden angesprochen, für bedürftige Menschen in Halberstadt einzukaufen. Zwar seien manche einfach weitergegangen oder hätten ablehnend reagiert, aber die meisten seien von der Idee begeistert gewesen, erzählen die Schüler.

Auch die Geschenkaktion im Krankenhaus kam gut an. Dafür hatten Schüler Milchkartons bemalt, mit kleinen, selbst aus Ton angefertigten Anhängern und Süßigkeiten gefüllt und an Patienten verschenkt. Dazu gab es ein kleines Kulturprogramm, das ebenso die Beschenkten zusätzlich erfreute.

"Als Unesco-Schule richtet man schnell den Blick in die Welt. Uns sprachen deshalb vor ein paar Jahren Eltern an, ob wir nicht auch hier vor Ort unseren Blick auf Bedürftige richten sollten. Das tun wir mit diesem Projekt nun regelmäßig", sagte Schulleiterin Andrea Fellbaum. Sie berichtete, dass sich inzwischen mehr und mehr Schüler mit eigenen Ideen einbringen und aktiv an deren Umsetzung mitwirken. "Ich denke, mit diesem Preis wird sich die Qualität dieses Projektes noch weiter verbessern."

Zum Abschluss forderte Stefan Vogt die Jugendlichen auf, nicht aufzuhören, sich zu engagieren. "Nicht nur für die Welt im Unesco-Rahmen, sondern auch da, wo ihr wohnt. Es lohnt sich", so Vogt.