Der Fotoklub Halberstadt besteht seit 65 Jahren. Anlässlich des Jubiläums ist eine Foto-Ausstellung im Schraube-Museum-Halberstadt eröffnet worden, die dort bis zum 24. August zu sehen ist.

Halberstadt l Eine Fotoausstellung - interessiert das heute noch jemanden? Was soll sie bringen bei der tagtäglichen Bilderflut, wo alle alles digital und per Handykamera fotografieren. Die aktuelle Ausstellung des Fotoklubs Halberstadt zeigt unaufdringlich, dafür umso wirkungsvoller, was richtiges Fotografien vom Knipsen im Vollautomatikmodus unterscheidet.

Gedacht ist die Fotoausstellung in erster Linie, um das 65-jährige Bestehen des Fotoklubs Halberstadt zu würdigen. Und das wäre schon Grund genug, denn mittlerweile existiert im Landkreis Harz außer dem Halberstädter nur noch der Ilsenburger Fotoklub, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen beging. Mit ihren Arbeiten unterstreichen die Mitglieder des Fotoklubs, dass die Kunst der Fotografie bewahrt und weiterhin wertgeschätzt wird. 17 Fotografen aus Halberstadt, Harzgerode, Thale, Quedlinburg und Wernigerode präsentieren in Schwarz-Weiß und in Farbe besonders schöne Motive. Darunter ausgefallene Blickwinkel in wechselnden Beleuchtungen aus der Naturfotografie, faszinierende Aufnahmen aus den Bereichen Porträt und Technik Fotografie.

Zu sehen sind Arbeiten von Sven Baierl, Wilfried Lassak, Wolfgang Ebbecke, Ralf Loose, Harald Grewenig, Ulrich Schrader, Heimo Kappe, Stefan Huskamp, Veronika Herre, Daniel Kühne, Elisabeth Rawald, Burkhard Schaller, Detlef Amtag, Jens Ahne, Hans Herold, Friedrich Zimmermann und Jürgen Schön.

"Es gab kein festes Thema für diese Ausstellung", sagte Burkhard Schaller, der Vorsitzende des Fotoklubs, zur Eröffnung. "Jeder konnte sein Thema selbst bestimmen und mit zwei Fotos in seiner individuellen Handschrift in der Ausstellung vertreten sein. Einzige Ausnahme: ein digitales Mondbild". Eine Nische der Ausstellung ist der Geschichte des Klubs und des technischen Handwerkszeugs in der DDR gewidmet, u. a. auch mit einer Würdigung des ältesten Mitglieds, des 88-jährigen Jochen Röhl (vertreten mit einem Bild von Siegmund Jähn bei einem Besuch in Halberstadt).

Beim Blick zurück würdigte Burkhard Schaller auch das Wirken von Walter Mahlke, dem Gründer des Fotoklubs, und von Jochen Wennig, der dessen Arbeit fortsetzte. Dass der Fotoklub Halberstadt jetzt sein 65-jähriges Bestehen feiern kann, "erfüllt mich mit Freude", sagte Erika Wennig, die Witwe von Jochen Wennig, am Rande der Ausstellung. Dafür gebührt neben den dynamischen Mitgliedern Burkhard Schaller viel Dank.

Dass aber die Fotografie in Halberstadt noch eine viel längere Tradition hat, sagte Simone Bliemeister vom Städtischen Museum Halberstadt zur Eröffnung und erinnerte an den Apotheker Lucanus, der 1839 einer der ersten war, der mit einem Daguerre`schen Apparat arbeitete.

Die große Zahl der Besucher der Vernissage und die Gesprächsrunden vor den Fotos zeigten, dass der Fotoklub eine angesehene Institution im Kulturleben der Region ist, und dass trotz allseitiger "Fotografierwut" gute Fotos eine Sprache sprechen, deren Entschlüsselung vielen Menschen sehr viel Spaß macht. Die Ausstellung "Neue Fotografien" wird noch bis zum 24. August im Schraube-Museum Halberstadt, Voigtei 48, gezeigt. Sie ist von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Auf Wunsch werden auch Führungen, so für Schulklassen, angeboten. Kontakt unter Telefon (0 39 41) 60 60 00.

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