Eine sportliche Tradition feiert am 3. Februar in Halberstadt ihren 50. Geburtstag: Das Turnier der Tausend. Im Vorfeld der Veranstaltung stellt die Volksstimme Beteiligte aus Gegenwart und Vergangenheit vor. Heute: Heinz Lüddecke.

Halberstadt. Sportlich passioniert ist er auch heute noch, und daran hat sich seit seiner Jugend nichts geändert. Heinz Lüddecke aus Dingelstedt steht seit 50 Jahren hinter dem Turnier der Tausend. Er war einer der Mitbegründer. Jahr für Jahr organisiert und verwaltet er das große Sportevent im Harzkreis.

Der gebürtige Halberstädter zog 1945 nach Dingelstedt und unterrichtete später an der Dorfschule bis zur 10. Klasse, vorwiegend Mathematik und Sport. 1948 wurde er Mitglied im Sportverein Fortuna Dingelstedt. Dort gab es hauptsächlich Sportarten wie Volkstanz, Geräteturnen, Radfahren und vor allem Fußball. Außerdem war er 45 Jahre lang Nachwuchsleiter beim Kreisfachverband Fußball und Schiedsrichter auf Kreis- und Landesebene.

Lüddeckes Sportbegeisterung und sein herausragendes Engagement wurde auch von anderen Menschen geteilt. So traf er auf Heinz Jordann, Franz Schwannecke und Arnold Adaszewski. Zusammen hatte man die Idee, eine Sportveranstaltung ins Leben zu rufen, die die Jugendlichen an den Fußball heranführt.

"Unsere Grundlage dafür war in erster Linie, die Kinder durch die Ferienspiele zu beschäftigen", erinnert sich der 77-Jährige. Vorwiegend versammelten sich Klassen aus Halberstädter Schulen in der Harzturnhalle, die in den ersten Jahren zunächst den Austragungsort darstellte. "Anfangs nahmen 140 bis 160 Mannschaften teil. Heute sieht das anders aus", so der Rentner. Durch den demografischen Wandel und die Schließung von Schulen habe sich die Zahl verringert. In diesem Jahr haben sich 66 Mannschaften angemeldet. Auch Gymnasien und Berufsschulen wurden zum Turnier zugelassen und die Resonanz bleibt durchgehend positiv.

Stolz macht ihn, dass aus dem Turnier berühmte Sportler wie Jürgen Pommerenke und Jürgen Sparwasser hervorgegangen sind. Sie sind zum großen Jubiläum unter anderem als Gäste geladen. Lüddecke erinnert sich auch, dass die jährliche Veranstaltung gern von Sportvereinen genutzt wurde, um nach talentierten Nachwuchsfußballspielern Ausschau zu halten.

"Nach der Wende mussten wir uns entscheiden, wie wir die Veranstaltung weiterführen wollen. Aber für uns hatte man stets ein offenes Ohr und die lokalen Institutionen haben uns weiterhin gut unterstützt", erzählt Lüddecke. "Wir freuen uns über das große Interesse und die Rückfragen von den teilnehmenden Schulen."

Schade findet er, dass das Turnier der Tausend nicht auf den gesamten Harzkreis ausgedehnt werden konnte. "Leider haben wir nur wenige Teilnehmer aus den Kreisen Quedlinburg und Wernigerode", bemerkt der Dingelstedter. Das würde vor allem an den langen Anfahrtswegen liegen. Für die Kreise ist das für den Kreis Halberstadt traditionelle Turnier eher etwas Neues, Unbekanntes.

Mit den Jahren hat sich das Turnier der Tausend nicht grundlegend verändert. Es geht nach wie vor um Sport und Spaß. Nur die Dauer wurde gekürzt. Statt, wie früher üblich, zehn Tage dauert die Veranstaltung nur noch fünf. Lüddecke begründet die Entscheidung damit, den Kindern nicht die gesamte Ferienzeit "rauben" zu wollen.

Insgesamt blickt er zufrieden auf die vergangenen 50 Jahre zurück. "Mir hat die Veranstaltung immer sehr viel Spaß gemacht", erzählt der Rentner aufrichtig. Vor allem die Mitarbeiter haben ein "beständiges Kollektiv" gebildet. "Vieles konnten wir leicht bewältigen ohne große Sitzungen." Die Organisatoren haben sich da immer gut ergänzen können.

Ein Generationenwechsel findet nicht nur unter den Teilnehmern statt, sondern auch im Veranstaltungsstab. "Wir versuchen natürlich, junge Leute für das Turnier zu begeistern und sie an die organisatorischen Aufgaben heranzuführen." Und das klappte immer ganz gut, weiß Heinz Lüddecke.