An der Burg Schlanstedt nagt der Zahn der Zeit. Nach jahrelangem Stillstand ist es der engagierten "Burgherrin" gelungen, Bewegung in die Sanierung zu bringen und erste Bauprojekte anzuschieben. Dafür stehen Angela Brümmer engagierte Menschen zur Seite.

Schlanstedt l Es ist zwar nur ein kleines Fenster, jedoch ein Zeichen, dass der Dornröschenschlaf auf der Burg Schlanstedt vorüber ist. Dass das Fenster wieder komplett ist und in neuem Glanz erstrahlt, dafür hat Wilhelm Rimpau, der Urenkel des Saatzüchters Rimpau gesorgt.

Der Nachfahre des angesehenen Züchters lebt in Berlin und ist als Professor für Neurologie tätig. Er sei sich seiner Wurzeln und seines Namens bewusst und sehe in diesem Erbe eine Verpflichtung. "Ich helfe gern", sagt er gegenüber der Volksstimme. Allerdings spende er lieber gezielt. Wie im Fall des Fensters, das einst anlässlich der Heirat von Wilhelm Rimpau mit der Tochter des Stadtdirektors Bode angefertigt wurde. Im Flügelfenster seien beide Familienwappen eingearbeitet, was damals durchaus üblich gewesen sei, wenn sich zwei angesehene Familien vereinigten.

Der rechte Teil des Fensters mit dem Wappen der Familie Bode war verschwunden, eine einfache Verglasung hatte irgendwann eine Pappe ersetzt. Das Bode-Wappen wurde komplett nachempfunden und neu gestaltet. Rimpau selbst habe im Stadtarchiv Braunschweig nach alten Abbildungen gesucht. Der linke Teil des Fensters mit dem Rimpau-Wappen war beschädigt und wurde fachmännisch repariert.

Als der Berliner vor dem Fenster steht, ist er restlos begeistert. "Die Farben passen perfekt, und die Bleiverglasung ist mit der alten fast identisch." Angela Brümmer, Eigentümerin der Burg Schlanstedt, erklärt wie Verarbeitung der Farben und fügt hinzu, dass die Firma ein Glas mit exakt der gleichen Struktur benutzt habe, "so dass man Alt von Neu beinahe nichtunterscheiden kann".

Anlässlich der erfolgreichen Rekonstruktion übergab Professor Rimpau einige Bilder und Dokumenten aus seinem umfangreichen Archiv, unter anderem ein Foto des damaligen Brautpaares. Er freue sich über das Engagement der jungen Burgherrin und sichere ihr weitere Unterstützung zu. Er sehe in ihrem Tatendrang eine Ausnahme. "Bei vielen jungen Leuten im Osten vermisse ich das Heimatgefühl", so Rimpau.

Mit dem ersten Bauabschnitt zur Sicherung der Burgmauern und der Vorbereitung eines weiteren Projektes sei allen Zweiflern bewiesen, "dass wir auf dem richtigen Weg sind", so die "Burgdamen" Mechthild Blume-Brümmer und Angela Brümmer. Für die Arbeiten hätten sie sich kompetente Mitstreiter gesucht. Mit der Gründung des Fördervereins sei der rechtliche Rahmen geschaffen worden.

 

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