Halberstadt l Eine Thema, das nicht debattiert werden sollte, beschäftigte am Mittwoch den Kulturausschuss. Die Entscheidung, welcher Veranstalter den Weihnachtsmarkt in Halberstadt ab dem Jahr 2015 ausrichten darf, wurde Ende vergangener Woche vertagt, da noch nicht alle Bewerber ihre Pläne präsentieren konnten. Trotzdem war die Vergabe das dominierende Thema in der ersten öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses in der neuen Legislaturperiode.

Michael Haase, Fachbereichsleiter Kultur und Ordnung der Stadt, und Ausschussvorsitzender Jürgen Jüling (Linke) informierten die Ausschussmitglieder, warum die Entscheidung ausgesetzt werden musste. So habe man von zwei Bewerbern, der Coex Veranstaltungs GmbH und Jens Gansow, bereits Konzepte für die Ausrichtung in den drei Jahren bis einschließlich 2017 vorliegen. Jedoch habe ein dritter Bewerber, Andreas Richter, darum gebeten, sein Konzept ebenfalls noch vorstellen zu dürfen. Um für die Stadt das Beste herauszuholen, wurde Richters Wunsch entsprochen, teilte Haase mit. In einer außerplanmäßigen Sitzung des Ausschusses am 9. September sollen alle drei Bewerber ihre Konzepte öffentlich präsentieren, die Entscheidung fällt aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gansow und Richter haben bereits mehrfach den Weihnachtsmarkt in Halberstadt ausgerichtet. Richter hat zudem für die Veranstaltungsfirma aus Cottbus als Vertreter vor Ort gearbeitet.

Jüling und Haase lobten in der Sitzung die verbesserte Organisation des Marktes in den vergangenen Jahren. So habe es keine Beschwerden von Marktbudenbetreibern oder Geschäftsinhabern in der Innenstadt gegeben. Auch habe es keine ausstehenden Rechnungen bei der Stala gegeben, was wohl vorher schon mal vorgekommen sein soll. Insgesamt resümierten beide, dass die Veranstaltung deutlich "stabiler" geworden sei.

Jüling wies daraufhin, dass die Stadt keinerlei Zuschussgeschäft bei der Vergabe der Weihnachtsmarktausrichtung eingehe. So werden dem Veranstalter gegen Sonderzahlungen nur die Flächen auf Holz- und Fischmarkt zur Verfügung gestellt. Eine weitergehende Beteiligung der Stadt sei nicht geplant, so Jüling.

Fragen der Ausschussmitglieder über bereits bestehende Pläne drehten sich vor allem um die Einbindung der Ortsteile, des Domplatzes und eine eventuelle Fortsetzung des Marktes nach den Weihnachtsfeiertagen bis zum Jahreswechsel. Die Entscheidung über die Vergabe fällt der Kulturausschuss als beschließendes Gremium endgültig. Eine weitere Beratung darüber im Stadtrat findet nicht statt.

Ehrenurkunde wird an Verein verliehen

Vertagt wurde am Mittwoch ebenfalls die Entscheidung über die Entsendung von Vertretern in die Zweckverbandsversammlung "Nordharzer Städtebundtheater". Eine am Vortag getroffene Vereinbarung der Fraktionen, diese Entscheidung in der Stadtratssitzung zu treffen, wurde vom Kulturausschuss gebilligt. Nur die Vertretung des noch zu benennenden Mitglieds wurde getroffen. Rainer Schöne (BUKO) wird im Bedarfsfall bereit stehen.

Auch die Vertretung vom Kulturausschussvorsitzenden Jürgen Jüling wurde benannt. Wie in den Vorjahren übernimmt Barbara Kischel (CDU) diesen Posten. Beide Beschlüsse fielen einstimmig.

Einmut herrschte auch bei der erstmaligen Verleihung einer Ehrenurkunde für den "Verein des Jahres". Nichtöffentlich wurde entschieden, den Preis zu vergeben. An wen und wann, wurde nicht mitgeteilt. Es soll aber noch in diesem Jahr sein. "Wir wollen den ausgewählten Verein mit der Ehrung überraschen", sagte Ausschussvorsitzender Jüling.