Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 79 in Aspenstedt ist in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Mann ums Leben gekommen. Erst zwei Wochen vorher hat sich an derselben Stelle ein ähnlicher Unfall ereignet.

Aspenstedt l Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich in der Nacht von Sonntag auf Montag in Aspenstedt ereignet. Gegen Mitternacht kam ein VW-Fahrer auf der B 79 in Höhe der westlichen Ortseinfahrt ins Schleudern. Das Auto durchschlug schließlich eine Steinmauer und geriet am Grundstück einer Pension in Brand. Bei dem Unfall verlor der Fahrer, ein 38-jähriger Wolfsburger, sein Leben.

Auch am Vormittag nach dem Unfall sind die Spuren an der Kreuzung Hinter dem Großen Dorfe/B 79 deutlich zu sehen. Kleine Trümmerteile liegen noch in der Gegend verstreut: Mauersteine, Schrauben, Blech- und Kunststoffteile und sogar Stahlbetonstücke. Es riecht nach Benzin und Öl, die Reste einer Mauer sind mit schwarzen Spritzern übersät.

Kurz nach Mitternacht wird Georg Bröer aus dem Schlaf gerissen. "Es war ein Zischen, dann ein lauter Knall", berichtet der Wirt der Pension "Alter Krug". "Ich dachte mir, hier ist doch schon wieder einer durch die Mauer gerauscht", sagt Bröer. Erst vor zwei Wochen hat ein betrunkener Autofahrer die Mauer um Bröers Grundstück durchschlagen. Der Unglücksfahrer von Sonntagnacht landete wieder an Bröers, noch immer zerstörter, Mauer, nachdem er eine andere Steinmauer durchbrochen hatte.

Mit 140 km/h durch die geschlossene Ortschaft

Der Pensionswirt habe sofort die Polizei angerufen. Da habe das Auto aber schon angefangen zu brennen. Der Fahrer sei zu diesem Zeitpunkt bereits tot gewesen, sagt Georg Bröer. Der Gutachter habe eine Geschwindigkeit von 130 bis 140 Kilometer in der Stunde festgestellt. Zulässig wären 50 gewesen.

Auch sonst habe sich ein Bild der Zerstörung geboten: "Am Auto war nur noch ein Rad, die anderen lagen samt Achse in der Gegend verstreut." Motorteile lagen zudem in Bröers Garten, hinter der Mauer.

Georg Bröer sagt, dass viele Fahrer die Ortseinfahrt unterschätzen. Die B 79 führt aus Athenstedt kommend über ein Gefälle nach Aspenstedt hinein. Hinzu kommt eine Rechtskurve. Die ist nur schwach gebogen, aber trotzdem gefährlich. "Meine Frau hat schon versucht, dass dort wenigstens Warnschilder, die roten Pfeile, aufgestellt werden", sagt Bröer.

Trotz Häufung von Unfällen kein Unfallschwerpunkt

Der Unfallkommission des Landkreises ist die B 79 in und um Aspenstedt nicht als Unfallschwerpunkt bekannt, sagt Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde. Auch Vorschläge zur Verbesserung der Situation seien bisher nicht eingegangen.

Die Feuerwehr ist mit 17 Kameraden zur Unfallstelle ausgerückt, sagt Jörg Kelle von der Halberstädter Feuerwehr. Eingesetzt waren die Wachbereitschaft Halberstadt und die Freiwillige Feuerwehr Aspenstedt. "Wir haben die Unfallstelle ausgeleuchtet, abgesichert und die Trümmer geborgen", berichtet Kelle auf Volksstimme-Nachfrage. Dem Fahrer haben die Feuerwehrleute aber nicht mehr helfen können.