Halberstadt (sc) l "Kennen Sie vielleicht noch den Halberstädter Künstler Franz Tautz?" - so begann ein Telefonat, das Simone Bliemeister, museumspädagogische Mitarbeiterin, im vergangenen Dezember mit einer jungen Frau führte. Diese junge Frau ist die Tochter des Künstlers, die, zusammen mit ihrer Mutter, das Lebenswerk von Frank Tautz hütet, wie Stadtsprecherin Ute Huch informierte.

Natürlich kennt man in Halberstadt Franz Tautz, er hat Spuren hinterlassen. Im Dezember jährte sich sein Geburtstag zum 80. Mal.

Franz Tautz war einer jener Künstler, die ihr Handwerk beherrschten und gleichzeitig ihren eigenen Stil prägten. Künstlerisches Einfühlungsvermögen und klares Stilempfinden spiegeln sich in seinen Werken wider. "Ich möchte einfach, dass sich die Betrachter an meinen Bildern erfreuen. Vielleicht findet der eine oder andere dann auch mal Interesse, es selbst zu versuchen", hatte Franz Tautz einst gesagt.

Mehr als 30 Jahre war Franz Tautz, geboren 1934, Theatermaler und Malsaalvorstand mit Bühnenbildverpflichtung am Halberstädter Volkstheater. In Halberstadt, das ihm zur zweiten Heimat wurde, ist er fast so etwas wie eine Institution geworden, denn seine Interessen und Neigungen gingen weit über die beruflichen Forderungen seiner Tätigkeit hinaus.

Das mag daran liegen, dass Franz Tautz seiner Lehre als Maler Ende der 1950er Jahre ein dreijähriges Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig folgen ließ. Sei es, weil die Leipziger Jahre ihn prägten oder weil ihm das Malen von Kulissen nicht genug war.

In all den Jahren schaffte er den schwierigen Ausgleich zwischen großflächiger Malerei, die ganz anderen Gesetzen der Perspektive zu folgen hat, und seinen eigenen künstlerischen Intentionen.

Die Natur im Wandel der Jahres- und Tageszeiten ist ein Thema, dem er sich auf vielfältige Weise nähert. So entstanden stimmungsvolle Bilder in warmen Farben. In einigen Bildern gelang es dem Künstler sehr überzeugend, dramatische Naturereignisse wiederzugeben. Die Landschaft im Zentrum der Naturgewalten bietet ihm Raum, Grenzen und Endlichkeit menschlicher Einflussnahme darzustellen.

"Beschaulich sind Franz Tautz` Bilder kaum und das sollen sie wohl auch nicht sein. Sie lassen eher vermuten, dass er lieber Spannungen aushält als allzu schnell dem Wunsch nach Harmonie nachzugeben", sagte Ute Huch.

Seinen großen Bekanntheitsgrad verdankt Tautz seiner Mitte der 1970er Jahre beginnenden Arbeit als Leiter des Förderzirkels Malerei/Grafik in Halberstadt. Unzähligen kunstbegeisterten Halberstädtern hatte er die ersten Grundlagen des Malens beigebracht, ihren Blick für das Detail geschärft und sie immer wieder ermutigt, wenn die selbst gewählte Aufgabe allzu schwer werden sollte.

Eine Sonderausstellung im Schraube-Museum gibt nun einen Querschnitt seines Schaffens wieder, zeigt spannungsgeladene Landschaften, Porträts, die den Menschen hinter den Bildern erkennen lassen und Motive aus seiner Wahlheimat Halberstadt. Zu sehen sind die Werke des Künstlers vom 31. Januar bis 15. März in der Voigtei 48 in Halberstadt. Eröffnet wird die Ausstellung am 31. Januar um 11 Uhr.