Halberstadt (dl) l Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung Halberstadt sind offenkundig entschlossen, das Problem der fehlenden Ausschilderung der Zentralen Anlauftselle für Asylbewerber (ZASt) anzupacken: "Wir haben in unserer heutigen Dienstberatung über das Thema diskutiert", erklärte Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) am Donnerstagmittag. "Unser zuständiger Fachbereichsleiter Herr Klaus ist beauftragt worden, alle möglichen Partner für ein erstes Auftaktgespräch an einen Tisch zu holen", so das Stadtoberhaupt.

Jens Klaus ist Fachbereichsleiter Bauen/Ordnung und in dieser Funktion maßgeblich verantwortlich für die Problematik, auf die ein Anwohner und Volksstimme-Leser aufmerksam gemacht hat. Joachim Rösner, der im Umfeld der ZASt lebt, hatte am Leser-Telefon davon berichtet, dass beim ihm immer wieder Flüchtlinge klingeln, um sich nach dem Weg zur ZASt zu erkundigen. Sein Vorschlag: Die Verantwortlichen sollten über ein Ausschilderungssystem vom Bahnhof bis zur zentralen Anlaufstelle am Stadtrand in den Thekenbergen nachdenken.

Ein Vorschlag, der offenbar nicht nur in der Stadtverwaltung auf offene Ohren stößt, sondern auch im Innenministerium als Träger der ZASt: Von der Volksstimme mit der Problematik konfrontiert, hat ein Sprecher signalisiert, über eine Ausschilderung nachzudenken, wenn damit den Neuankömmlingen die Orientierung erleichtert werde (die Volksstimme berichtete am Donnerstag).

Constantin Schnee von der Bahnhofsmission reagierte am Donnerstag erfreut auf die Entwicklung: "Es ist super, wenn die Verwaltung jetzt so schnell reagiert und den Vorschlag eines Bürgers aufgreift." Schnee und dessen Mitstreiter von der Bahnhofsmission dürften die Probleme der Flüchtlinge so gut wie kein anderer kennen, denn sie empfangen die Asylsuchenden am Bahnhof und begleiten sie auf dem weiteren Weg zur ZASt. Allerdings könnten sie - nicht zuletzt wegen des immens gestiegenen Zulaufs - nicht verhindern, dass ankommende Flüchtlinge am Bahnhof übersehen werden. Daher plädiert auch Schnee für ein Leitsystem. "Ich finde die Idee super und bin - wenn es gewünscht wird - sehr gern bereit, die Suche nach Lösungen mit meinen Erfahrungen und Ideen zu unterstützen."