Halberstadt l Seit fast zehn Jahren wirbt das Projekt "Harzer Wandernadel" mit seinen Stempelstellen für das gezielte Aufsuchen von besonderen Anziehungspunkten in der Region. Träger ist der Verein "Gesund älter werden im Harz" mit Sitz in Blankenburg. Die Halberstädter haben sich seit 2011 zweimal vergeblich bemüht, in das Tourismusprojekt mit einbezogen zu werden.

Jetzt hat es im dritten Anlauf geklappt und neben dem Belvedere am Jagdschloss in den Spiegelsbergen steht für zwei Monate ein zeitweiliger Stempelkasten. Nach dem langen Vorlauf ist Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) froh, dass der von seiner Fraktion zuerst gestellte und von der Stadtverwaltung unterstützte Antrag nun Erfolg hatte. Als Dritter schrieb der Verein "Halberstädter Berge" an den Projektträger. "Eigentlich sollten die Ziele der Harzer Wandernadel nur bis zur geografischen Grenze der B 6 reichen, aber wir blieben hartnäckig", erinnerte der Oberbürgermeister.

Vom Servicebüro des Projektes überzeugte sich Christina Grompe von der schönen Gegend, die rund um den Belvedere-Turm erwandert werden kann. Der Wanderpass des Vereins kann bei teilnehmenden Touristinformationen oder online erworben werden. Darin können die Teilnehmer ihre absolvierten Touren zu 222 sehenswerten Plätzen im Harz abstempeln. Die Standorte sind in dem Pass und in der offiziellen Wanderkarte enthalten.

"Größtes Problem unserer Aktion sind die Zerstörungen von Stempelstellen", bedauerte die Projektleiterin. In Halberstadt hätten sich aber zwei Paten gefunden und andere aufmerksame Wanderer sollten helfen, die Stempelstelle zu erhalten. Als Projektpartner ist die Hochschule Harz dabei, die bei der Kartierung half. Auch der Verein "Halberstädter Berge" sei Unterstützer.

Die zeitweiligen Stempelstellen sollen die aktiven Wanderfreunde ermutigen, neue Gebiete zu erkunden. Davon haben die Halberstädter Berge einiges zu bieten, waren sich die zahlreichen Wanderfreunde bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung einig. Dazu gab es Nachfragen, wann denn mit einer neuen, aktuellen Wanderkarte zu rechnen sei. "Das ist für 2016 geplant", erläuterte Christina Grompe.

"Die Wanderpässe sind im Harz der Hit", betonte sie. Allein 2014 seien über 10 000 Pässe verkauft worden. Im kommenden Jahr blicke das Projekt auf seine Gründung vor zehn Jahren zurück. Es sei für viele Wanderfreunde eine Frage der Ehre, Wanderkaiser zu werden. Das Projekt locke mittlerweile aktive Teilnehmer aus ganz Deutschland an, die sich teilweise mit Hilfe der GPS-Technik auf den Weg machen.

Der Verein hat etwa 150 Mitglieder. Beim Bau der Stempelkästen halfen Teilnehmer von Bildungsprojekten. "Anfangs mussten wir viel auf Werbetouren gehen, inzwischen ist das ein Selbstläufer", sagte Grompe.

Einige Wanderer nutzten gleich den ersten Tag, um sich einen begehrten Stempel vom Belvedere zu holen. Auf dem höchsten Punkt der Spiegelsberge errichtete man 1782 in Sichtweite des Schlösschens den Aussichtsturm Belvedere.

Bedauert wurde, dass einige Wanderer gleich mit zwei oder drei Heften von ihren Freunden zum Abstempeln erschienen. Das sei nicht Sinn des Projektes, müsse aber von jedem selbst beurteilt werden, hieß es seitens einiger Vereinsmitglieder.

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