19 Schiedsleute sind gegenwärtig in der Region Halberstadt tätig. Die Schlichter sind seit 20 Jahren im Einsatz.

Halberstadt (dku) l Seit über 20 Jahren arbeiten in den Städten und Gemeinden der Region ehrenamtliche Schiedsmänner und -frauen. Sie unternehmen einen Einigungsversuch zum Beispiel bei nachbarrechtlichen Streitigkeiten, Beleidigungen oder Verleumdungen. Andernfalls ist keine Klage vor Gericht möglich.

Geeignete Personen werden für diese Funktion von den Stadt- beziehungsweise Gemeinderäten alle vier Jahre gewählt oder im Amt bestätigt. Weil dafür einige Lehrgänge erforderlich und Erfahrungen erwünscht sind, wird ein langjähriger Einsatz angestrebt.

"Dienstaufsicht führt der jeweilige Direktor des Amtsgerichtes", erläuterte Dieter Lattke, seit 20 Jahren Schiedsmann in der Stadt Osterwieck und Stellvertreter des Vorsitzenden der Bezirksvereinigung Magdeburg im Bund Deutscher Schiedsmänner (BDS). Der Direktor verpflichtet neu ins Schiedsamt gewählte Schiedspersonen auf ihr Amt.

"Wir müssen unser Amt gewissenhaft führen, Amtsverschwiegenheit und Neutralität gegenüber den Parteien sichern."

Schiedspersonen sind keine Richter, sie sind Schlichter. "Wir arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich, das Verfahren ist jedoch kostenpflichtig", so Lattke. Es werden aber nur verhältnismäßig geringe Gebühren fällig.

Im September 2014 jährte sich der Gründungstag der Bezirksvereinigung zum 20. Mal. Bereits vor 60 Jahren wurde in der Bundesrepublik der BDS als Dachorganisation der Schiedsleute gegründet. Der Bezirksvorstand hatte deshalb beschlossen, diesen Jahrestag festlich zu begehen. Das war für Dieter Lattke Anlass, eine Chronik zu erarbeiten.

"Wir wissen, es gab Höhen und Tiefen, und auch bei den Streitschlichtern ging nicht alles ohne Streit ab." Es ging darum, dass besonders Funktionsträger in vielen Stunden ihrer Freizeit für die Funktion gearbeitet haben. Diese Chronik ist fertiggestellt und wurde kürzlich bei der jährlichen Dienstbesprechung an den Direktor des Amtsgerichtes Halberstadt übergeben.

19 Schiedsleute sind gegenwärtig in diesem Bereich tätig. "Ein schönes Resümee", lobte Frithjof Büttner, der hier 1991 seinen ersten Arbeitstag hatte und seit 2001 die Chefposition im Amtsgericht inne hat. Er nahm bei dem jährlichen Erfahrungsaustausch die Arbeitsergebnisse der Schiedsleute der Region entgegen. Dabei wurden offene Rechtsfragen geklärt, Schwerpunkte erläutert.

Dieter Lattke hat 40 Jahre im öffentlichen Dienst gearbeitet und die meiste Zeit davon auch als Schiedsmann gewirkt. Auch heute ist der Pensionär noch dabei, bei Schlichtungsverfahren nach dem richtigen Weg zu suchen. "Mit der Übergabe der Chronik wollen wir dem Direktor des Amtsgerichtes ein Dankeschön für seine jahrelange Unterstützung für uns Schiedspersonen sagen." Er stehe jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn es um die Lösung von Sachverhalten geht.

Namen und Adressen der jeweiligen Schiedspersonen sind auf den Internetseiten der Kommunen veröffentlicht. Auskünfte geben dazu auch die Ämter der Städte und Gemeinde oder das Amtsgericht. Dort liegen auch gedruckte Informationsmaterialien zu verschiedenen Alltagsproblemen öffentlich aus.