Quedlinburg/Bad Suderode l Die Perspektiven für das seit Juli 2013 geschlossene Kurzentrum in Bad Suderode bleiben weiter unklar. Nach dem Ablauf der Meldefrist für einen neuerlichen Anlauf zum Verkauf der Immobilie am 20. April hüllen sich die Veranwortlichen in Schweigen. "Ich werde zum aktuellen Stand nichts sagen", erklärte der Quedlinburger Oberbürgermeister Eberhard Brecht in dieser Woche.

Der SPD-Politiker begründete seine Zurückhaltung mit dem bereits einmal gescheiterten Versuch, die Immobilie an einen neuen Eigentümer zu bringen. Vor Monaten hatten die letzten verbliebenen Interessenten kurz vor dem Finale des damals zweiten Privatisierungsanlaufs ihre Offerte zurückgezogen und dies mit einer Indiskretion begründet. Das will Brecht, dessen Amtszeit am 30. Juni regulär endet, diesmal verhindern. "Ich sage im aktuellen Verfahren weder etwas zu etwaigen Interessenten noch zu deren Zahl", so Brecht zur Volksstimme. Nur eines signalisierte der SPD-Politiker: Er strebe einen Vertragsabschluss bis zum Ende seiner Amtszeit an, mache das aber nicht zum Dogma: "Wenn es klappt, wäre es schön, wenn es länger dauert, können wir es auch nicht ändern."

"Ich werde zum aktuellen Stand nichts sagen."

Eberhard Brecht (SPD), Oberbürgermeister Quedlinburg

Damit bleibt die Zukunft des Hauses zumindest vorerst unklar. Klar ist: Der erste, noch von der damals eigenständigen Gemeinde Bad Suderode vollzogene Verkauf an die Pro-Habitare-Projektentwicklungsgesellschaft ist weiter Gegenstand eines juristischen Tauziehens.

Quedlinburg war im Frühsommer 2014 vom Ende 2013 paraphierten Verkauf zurückgetreten und hatte dies mit offenen Zahlungen und nicht vorgelegten Bankbürgschaften seitens Pro Habitare begründet. Pro Habitare interpretiert die vertraglichen Rahmenbedingungen anders und klagt vor dem Landgericht Magdeburg gegen den von der Stadt Quedlinburg erklärten Rücktritt vom Kaufvertrag.

Bis in dieser Frage endgültig und juristisch wasserdicht Klarheit besteht, könnte es noch dauern. Der Verhandlungstermin vor dem Landgericht ist bereits zweimal verschoben worden. Einmal auf Wunsch der Kläger von Pro Habitare auf Ende Mai. Nun wegen Urlaubs auf Bitten der Stadt auf Mitte Juli.

Ob dann bereits ein neuer Eigentümer des 1996 in Betrieb genommenen Kurzentrums feststeht, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der jetzige Interessent muss sich mit Blick auf die künftige Nutzung des Hauses lediglich noch an baurechtlichen Rahmenbedingungen orientieren und hat somit weitgehendere Gestaltungsspielräume als bei den beiden ersten Privatisierungsanläufen. Dabei war die Nutzung der Immobilie als Gesundheit- und Kureinrichtung vorgegeben worden.