"Die bekommen hier alles"
Was Asylbewerber erhalten, regelt das Asylbewerberleistungsgesetz. Neben Unterkunft und Verpflegung sind dies maximal 140 Euro im Monat. Kinder und Jugendliche erhalten zwischen 82 und 90 Euro. Menschen, die nicht in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht sind, erhalten bis zu 212 Euro. Anstelle von Bargeld können Gutscheine ausgegeben werden.

"Deutschland trägt die Hauptlast"
434 000 Menschen haben im Jahr 2013 in der Europäischen Union einen Antrag auf Asyl gestellt. Im Durchschnitt waren das 830 pro eine Million Einwohner. Deutschland liegt mit 1575 Anträgen über dem Durchschnitt, wird aber von Schweden (5680), Malta (5330), Österreich (2270), Luxemburg (1990), Ungarn (1905) und Belgien (1885) überholt. Außerhalb der EU liegen die Schweiz (2650) und Norwegen (2360) weit vor Deutschland. Mit 1495 Anträgen pro eine Million Einwohner befindet sich Liechtenstein etwa auf deutschem Niveau.

Im globalen Vergleich ist Deutschland weit abgeschlagen: Die meisten Flüchtlinge werden im Nahen und Mittleren Osten aufgenommen, vor allem im Libanon: 2014 lebten dort 1,1 Millionen Flüchtlinge bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal 5,9 Millionen.

Die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge werden nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Dabei nimmt das Land Sachsen-Anhalt besonders wenige auf: gerade einmal 2,85 Prozent aller Flüchtlinge.

"Das sind Wirtschaftsflüchtlinge"
Die Mehrzahl der Flüchtlinge in der ZASt kommt aus Syrien, Guinea-Bissau, Benin, Eritrea und Afghanisten, sagt Cathleen Brand. In diesen Ländern herrschen Bürgerkriege, repressive Diktaturen oder, wie in Syrien, der Terror des sogenannten Islamischen Staats.

Ein großer Teil der Menschen in der ZASt stammt allerdings aus Albanien. Caritas-Mitarbeiter Gjergji Hoxha, selbst gebürtiger Albaner, sagt, dass viele von Schleppern mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt würden: Hier gebe es gut bezahlte Arbeitsplätze, Häuser, Autos und Wohlstand. Er kenne sogar einen Albaner, der sein Geschäft aufgegeben habe, um in Deutschland Asyl zu beantragen. Solches Ansinnen passt allerdings nicht zur Asylgesetzgebung, die sich an politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge und nicht an Einwanderer wendet. Entsprechend gering ist die Anerkennungsrate unter den Albanern, nur 0,1 Prozent werde Asyl gewährt, sagt Cathleen Brand.

"Die wollen sich nicht integrieren"
Gemeinsam mit Ehrenamtlichen organisiert die Caritas Orientierungskurse in der ZASt. Dort werden den Asylbewerbern Grundkenntnisse in deutscher Kultur und Sprache vermittelt. "Die Familien sind hier aber höchstens drei Wochen", sagt Caritas-Beraterin Anja Rennwanz. In der Zeit könne niemand Deutsch lernen. Trotzdem seien die Kurse immer sehr gut besucht. Von staatlicher Seite werden keine Sprach- oder Integrationskurse angeboten.

"Die wollen nicht arbeiten"
Bislang galt für Asylsuchende ein strenges Arbeitsverbot. Nach frühestens zwölf Monaten war es ihnen erlaubt, eine Arbeit aufzunehmen, aber auch nur, wenn sie über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügten.

Nach einer Gesetzesreform wird es Asylsuchenden bald möglich sein, nach drei Monaten Wartezeit eine Arbeit aufzunehmen. Dafür wird aber weiterhin eine behördliche Erlaubnis notwendig sein.

"Die bekommen hier tausende Euro Begrüßungsgeld."
Die Legende vom Begrüßungsgeld für Asylbewerber hält sich wacker. Die angebliche Summe schwankt dabei stark. Auf zahllosen obskuren Websites wird die Lüge im Internet gestreut. "Das ist reine Propaganda von rechter Seite", sagt Anja Rennwanz. Doch auch im Ausland wird die Begrüßungsgeld-Lüge verbreitet. 2014 kursierte zum Beispiel in Tschetschenien die Geschichte, dass es in Deutschland für alle Neuankömmlinge 5000 Euro und ein Stück Land gebe. "Da hatten wir Anfang 2014 sehr viele Tschetschenen", so die Caritas-Beraterin.