Es soll wieder Spaß machen, über den Breiten Weg zu flanieren. Mit Kräuterbeeten, Sitzgelegenheiten, kleiner Bühne und anderem mehr soll das gelingen. Die Halberstädter wollen sich einbringen, wie das Bürgergespräch am Dienstagabend im Rathaus zeigte.

Halberstadt l Kraut und Rüben sollen es nicht werden, wohl aber duftende, oft unbekannte Kräuter, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Und zum Hinschauen, Anfassen und Riechen verführen, wie Josefina Rückewoldt sagte. Gemeinsam mit ihrem Mann Marcus stellte die junge Berliner Designerin vor, was das Paar an Ideen zur Gestaltung der Beete auf dem Breiten Weg zusammengetragen hat. Erste Überlegungen waren eine Art Laufsteg über die gemauerten Beete, in die Bepflanzung integrierte Sitzgelegenheiten oder ein mit Holz belegtes Beetquadrat, in dem sich nur ein paar Aussparungen für Pflanzen finden und das ansonsten als kleine Bühne genutzt werden kann.

Den beiden jungen Unternehmern, die in Schlanstedt, dem Heimatort Marcus Rückewoldts, einen Kräuterverein ins Leben gerufen haben und den Menschen die enorme Vielfalt der Kräuter und Stauden näher bringen wollen, stießen mit ihren Vorstellungen auf Zustimmung bei den Zuhörern.

Es war eine überschaubare Anzahl an Gästen, die sich im Ratssaal eingefunden hatte, die angeregt diskutierten. So wurden viele Ideen entwickelt - von Beetpatenschaften, gemeinsamen Pflanzaktionen, Festen zur Saisoneröffnung und zum Erntedank bis hin zu Kräuterseminaren. Die Ideensammlung soll in den kommenden Wochen und Monaten vervollständigt werden, um dann immer konkreter zu werden. Mit kleinen Schritten den Breiten Weg wieder attraktiv zu machen, ist Ziel des Procederes. "Das ist wie bei den Bürgergärten in der Judenstraße, da haben wir auch auf die Ideen und das Mittun der Bürger gesetzt", sagte Siegrun Ruprecht von der Stadtverwaltung.

Der zweite Teil der Gesprächsrunde war der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Breiten Weg gewidmet. Während die Kräuter-Ideen erst im kommenden Jahr verwirklicht werden sollen, ist eine ansprechende Beleuchtung des Breiten Wegs schon für die Adventszeit 2015 Ziel einer Spendenaktion, die sich das Kuratorium Stadtkultur auf die Fahnen geschrieben hat. In erster Linie richte man sich mit dem Spendenaufruf an die Händler und Gewerbetreibenden am Breiten Weg, sagte Kuratoriumsvorsitzender Frank Aedtner. Eine Zielgruppe, die bereits sehr gebeutelt sei, wie Claudia Wyludda in der Debatte zu bedenken gab. Unter dem Applaus der Anwesenden sagte sie: "Es wird immer wieder vergessen, dass die Einzelhändler jeden Tag eine Meisterleistung vollbringen allein dadurch, dass sie überhaupt an diesem Standort ein Geschäft betreiben."

Frank Aedtner erläuterte zuvor, dass sich der Stadt- und Landschaftspflegebetrieb umgesehen hatte, wie die neuen Beleuchtungselemente aussehen könnten. Wichtig sei, nichts zu verwenden, was quer über den Weg gespannt wird. Denn nicht nur die alten Lampenketten sind marode, sondern auch viele Halterungen an den Hausfassaden. Nun sollen 24 "Schweifsterne" die Laternen auf dem Weg zieren und an den beiden Hauptzugängen des Breiten Weges jeweils zwei als "Eiszapfen" illuminierte Bäume. Die Kosten für die neue Beleuchtung liegen bei rund 800 Euro pro Stern und 1200 Euro pro Baum. "Wir hoffen, dass sich zahlreiche Halberstädter beteiligen und entweder komplett einen Stern oder Eiszapfen finanzieren oder sich mit anderen zusammentun", sagte Aedtner. In der Diskussion wurde der Vorschlag unterbreitet, bei runden Geburtstagen in einer Familie zusammenzulegen und dem "Geburtstagskind" einen Stern zu "kaufen".

Spenden sind möglich an das Kuratorium Stadtkultur, IBAN DE 32 8105 2000 0340 1258 37 (Harzsparkasse) oder DE 89 2789 3215 0006 2037 52 (Volksbank), Zweck: Weihnachtsbeleuchtung

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