Das Turnier der Tausend findet dieser Tage zum 50. Mal statt. Das Schul-Fußballturnier, das Sportgrößen wie Jürgen Sparwasser hervorgebracht hat, ist fest in der Region verwurzelt. Bei einem Festakt im Halberstädter Rathaus ließen die Veranstalter am Donnerstag die Geschichte des Turniers Revue passieren.

Halberstadt. Die Dimension von fünf Jahrzehnten zu verdeutlichen, sei manchmal ganz schön schwierig, begrüßte Detlef Rutzen die zahlreich erschienenen Gäste. Am einfachsten wäre dies möglich, wenn man den eigenen Lebenslauf betrachte. "Beim ersten Turnier der Tausend war ich gerade mal zwei Jahre alt", so der Präsident des Kreisfachverbandes Fußball. Danach wären Schule, Abitur, Studium, Beruf, Hochzeit und Kinder gekommen. "Und in jedem Jahr fand zu Beginn der Winterferien das Turnier der Tausend statt", verdeutlichte er die lange Zeitspanne. Klein angefangen, habe sich die "Turnier-Familie" stetig vergrößert. Auch wenn heute nicht mehr tausend Teilnehmer beim Turnier dabei wären – Ende der 1980er Jahre waren es sogar mehr als 2000 – angesichts der Historie, trage die Veranstaltung zurecht noch diesen Namen. Dass die Großfamilie weiter wachsen würde, zeige auch die Tatsache, dass in der ersten Endrunde des Jubiläumsturniers am Donnerstag ausschließlich Mannschaften aus Wernigerode und Quedlinburg stehen würden. Für den stetigen "Familienzuwachs" und Nachwuchs bedankte sich der Präsident bei den vielen Sponsoren und den unzähligen ehrenamtlichen Helfern. Ein besonderer Dank ging an die Vertreter der Schulen: "Wir sind darauf angewiesen, dass die Schulen das Turnier mittragen." Als Geheimrezept habe es sich erwiesen, dass man über 50 Jahre an der Grundidee des Turniers festgehalten habe.

Landrat Dr. Michael Ermrich freute sich, dass das Turnier inzwischen eine Veranstaltung für den gesamten Harzkreis sei. "Dieses Turnier lebt. Es gibt kaum einen Bürger, der nicht schon irgendwie mit diesem Turnier in Verbindung kam", so der Landrat. Einen Höhepunkt der Veranstaltung bildete im Anschluss an seine Rede die Verleihung der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt. Die beiden "Familienoberhäupter der Turnier-Familie" – so hatte Detlef Rutzen sie bezeichnet – Heinz Lüddecke und Klaus-Rüdiger Giesecke erhielten die hohe Auszeichnung, die Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer verleiht, aus den Händen des Landrates. Die beiden Sportler sind seit fast fünf Jahrzehnten in leitender Funktion mit dem Turnier verbunden. Die Entwicklung des Kinder- und Jugendsports stand immer im Mittelpunkt ihres ehrenamtlichen Engagements und lag ihnen bei ihren Tätigkeiten besonders am Herzen, heißt es in der Begründung.

Mit schelmischem Blick in Richtung der beiden Ausgezeichneten bemerkte dann auch Henning Rühe, Präsident des Kreissportbundes: "Macht weiter so, dann haben wir die Johannes Heesters des Jugendsports." Für die Zukunft wünschte sich Rühe, "dass dieses Turnier weitergeht, damit jungen Menschen eine vernünftige Freizeitbeschäftigung empfohlen wird."

Regionalverlagsleiter Thomas Helmuth, der im Namen der Volksstimme ein Grußwort hielt, betonte, wie stolz man als Zeitung darauf sei, diese sportliche Tradition von der ersten Stunde an als Partner zu begleiten. Und in Hinblick auf die vielen engagierten Ehrenamtlichen schätzte er ein: "Das Turnier der Tausend scheint sich vor allen Dingen auf die tausend fleißigen Helfer zu beziehen."

Zum Ende des Empfangs zeichnete Dirk Overbeck, Vize-Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, noch drei Sportler mit der Ehrennadel des Verbandes aus. Der junge Schiedsrichter Sebastian Wienecke erhielt das Abzeichen in Bronze, Frank Maurer und Burghardt Knobbe die goldene Variante.