Zu einer ungewöhnlichen Großübung rückten kürzlich 16 Jugendfeuerwehren der Region in Wernigerode an: Die IG Oberharzer Jugendfeuerwehren hatte zur jährlichen gemeinsamen Übung gerufen. Die besondere Aufgabe diesmal: Löschung eines Großbrandes.

Wernigerode. Als die Sirenen heulten und die vielen Fahrzeuge vorbeifuhren, dachten unlängst sicher viele Bürgerinnen und Bürger schon wieder an einen Feuergroßalarm. Nur wer genauer hin sah, erkannte die Nachwuchsabteilungen.

Denn die Mitgliedswehren der Interessengemeinschaft (IG) Oberharzer Jugendfeuerwehren trafen sich zur jährlichen gemeinsamen Großübung. 180 Kinder und Jugendliche waren in 16 Fahrzeugen unterwegs. Ihr Ziel: ein angenommener Großbrand in einer Indus-triehalle im Wernigeröder Gewerbegebiet Nord-West. Um das vermeintliche Feuer in den Griff zu bekommen, wurde um das gesamte Gebäude eine sogenannte Ringleitung verlegt, in die in Abständen durch Fahrzeugpumpen Löschwasser eingespeist wurde.

Von den Verteilern gehen in diesem Falle die Schläuche mit den Strahlrohren ab, und ein weiterer Schlauch führt das Wasser zum Verteiler des nächsten Fahrzeugs, bis ein geschlossener Kreislauf entsteht. So kann eine dauerhafte und kontinuierliche Wasserversorgung gesichert werden, was bei einem großen Gebäudebrand von Vorteil ist. Für viele Nachwuchsbrandschützer war das eine neue Situation. Sie war immer nur theoretisch in den Jugendfeuerwehren geübt und durchgesprochen worden. Nun hieß es, so eine Situation einmal auch unter ganz realen Bedingungen zu trainieren.

Da es sich um eine Großübung der Jugendfeuerwehr handelte, wurde auch die Einsatzleitung von der Jugendfeuerwehr selbst übernommen. Dafür setzte Wernigerodes Jugendfeuerwehrwart Marian Stillke als Einsatzleiter David Hellmund ein. Der wiederum setzte - wegen der Größe des Geländes - noch zwei Abschnittsleiter ein: Josef Schmieder und Mike-Tim Schneevoigt. Unter ihrer Führung wurde die Großübung dann relativ schnell gemeistert, jede Aufgabe gelöst.

Wernigerodes Stadtwehrleiter Frank Häusler, der sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Jugend machte, lobte den Einsatz. Auch Torsten Breiting, Leiter der Werkfeuerwehr der VEM motors, äußerte sich positiv über diese Übung. "Hier zeigt sich die gute Nachwuchsarbeit in den Jugendfeuerwehren. Die Jugendlichen lernen jetzt schon die Zusammenarbeit mit anderen Wehren", so die beiden Feuerwehrchefs.

Häusler und Breiting hatten die Jugendabteilungen während des Einsatzes genau beobachtet und hatten auch hier und da gleich Hinweise und Ratschläge gegeben.

 

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