Die neue Saison der Rassegeflügelzüchter aus der Börde hat am Wochenende begonnen. Auf der 59. Rasseschau in Schackensleben bot sich die letzte Chance, die eigene Zucht mit frischem Blut zu ergänzen. Die Qualität der 771 ausgestellten Tiere war vom Feinsten.

Schackensleben l Voller Parkplatz, rappelvolle Gänge vor den Schaukäfigen, Gespräche allerorten. Vereint in Gedanken um die eigene Zucht und auf der Suche nach der perfekten Ergänzung für das heimische Nest pilgerten die Rassegeflügelfreunde am Wochenende in Scharen in die Prokonhalle. Der gastgebende Rassegeflügelzuchtverein "Schackensleben und Umgebung von 1954" hatte zu seiner 59. Vereinsschau eingeladen, eine der weit über den Bördekreis hinaus größten Ausstellungen der Zunft.

Preisrichter vergeben 16 Mal das Prädikat "vorzüglich"

81 Aussteller zeigten 771 Tauben, Zwerg- und Großhühner, Enten, Gänse und Puten. "Diese Zahl ist um so erstaunlicher, weil der lange Winter 2013 für Probleme gesorgt hat. Die Tiere haben später gebrütet. Die Jungtiere waren zum Teil für die Ausstellungssaison nicht voll entwickelt", berichtete Tim Rätzel, eines der emsigsten Mitglieder des Vereins. Trotz der Wetterkapriolen lag das Zuchtniveau am Wochenende leicht über dem des Vorjahres: 16 Mal vergaben die Preisrichter das höchste Prädikat "vorzüglich" und 48 Mal das Prädikat "hervorragend".

Bei den Tauben verteidigte Egbert Motz mit seinen schwarzen "Lahore" den Vereins- titel, punktgleich vor Uwe-Jens Rätzels Brünner Kröpfern (rot). Auch Roland Dzindzol konnte den Coup vom vergangenen Jahr wiederholen und holte sich mit seinen Barneveldern den Titel bei den Hühnern. Bei den Zwerghühnern eroberte Gordon Patzelt die Krone.

Die Zuchtgemeinschaft Hackfurth-Lilienthal holte sich die Meisterschaft mit ihren silber-wildfarbenen Streicherenten beim Groß- und Wassergeflügel und heimste damit gleich noch den Frauenpokal ein. Die Zuchtkunst der Frauengilde krönte die kleine Sarah Nicklas, die mit ihren altenglischen Zwergkämpfern Vereins-Jugendmeisterin wurde. Sarah freute sich auch über die erstmals ausgelobte Goldmedaille für die beste Jugendausstellerin und setzte sich gegen elf weitere Jugendzüchter durch. Der Nachwuchs stellte am Wochenende allein mehr als 100 Tiere aus.

"Ein schönes Gefühl, dass Hoffnung gibt, dass unsere Leidenschaft vielleicht doch nicht stirbt und der Nachwuchs wieder stärker wird", unterstrich Tim Rätzel, dessen Vater Jens-Uwe sich als Jugendwart um die jüngsten Zuchtfreunde kümmert. Darauf stieß die Züchterschar mit einem Gläschen Sekt an.