Die Kreisverwaltung ist derzeit dabei, eine Prioritätenliste von Straßen im Kreisgebiet aufzustellen, die besonders starke Frostschäden aufweisen. Allein der Eigenbetrieb für Straßenbau und -unterhaltung hat bereits einen dringenden Sanierungsbedarf mit einem Umfang von rund 1,2 Millionen Euro ausgemacht. Landkreis sowie Städte und Gemeinden hoffen auf ein angekündigtes Notprogramm des Landes in Höhe von rund 15 Millionen Euro.

Landkreis Börde. Ob es einen ersten Überblick über Straßenschäden und Reparaturkosten nach dem ersten Wintereinbruch gibt, wollte Kreistagsmitglied Gerhard Schmidt gestern im Kreisausschuss wissen. "Wird es denn auch Unterstützung seitens des Landes geben?", fragte Schmidt gestern Nachmittag. Dezernent Thomas Kluge hatte sich der Thematik bereits angenommen, wie er sagte. Nach Gesprächen mit der Leitung des Eigenbetriebes für Straßenbau und -unterhaltung sei schon jetzt ein "dringender Sanierungsbedarf" an Kreisstraßen in einem Umfang von rund 1,2 Millionen Euro ausgemacht worden, berichtete Thomas Kluge. Der erste Wintereinbruch habe an sehr vielen Straßen im Kreisgebiet teils erhebliche Schäden angerichtet. "Das Land will ein Notprogramm auflegen, um Hilfe bei der Sanierung zu geben. Im Gespräch sind ingesamt 15 Millionen Euro. Doch noch gibt es nichts konkretes dazu", sagte der Dezernent.

Klar sei aber, dass angesichts der Höhe der angekündigten Fördermittel nur besonders bedeutsame Straßen eine Chance haben werden, in das geplante Notprogramm aufgenommen zu werden. Bedeutsam wären beispielsweise Autobahnzubringer oder stark frequentierte Straßen.

"Ich habe gestern die Städte und Gemeinden informiert, eine entsprechende Prioritätenliste über relevante Straßen aufzustellen", erklärte Thomas Kluge. Mit einer solchen Liste könnte man dann beim Land um Hilfen aus dem geplanten Notprogramm ersuchen.

Nicht sonderlich viel hält Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler von solchen Notprogrammen, wie er gestern sagte: "Ich halte von diesen Ad-hoc-Maßnahmen nichts. Die Kommunen sollten besser finanziell ausgestattet sein, um auf solche Dinge reagieren zu können", sagte Eichler im Ausschuss. Zudem kritisierte Eichler, dass gerade auch neugebaute Straßen nach dem Wintereinbruch viele Frostschäden aufweisen würden. Als Beispiele nannte er unter anderem die B 71 als Zubringer zur Autobahn 14 in Höhe "Darrkrug". Die neugebaute Straße habe nach dem ersten Wintereinbruch große Schlaglöcher aufgewiesen. Ähnlich sei es auf der A 14 selbst und der B 6. "Wenn so gebaut wird, dann kommen wir nicht weit", meinte Eichler.