Haldensleben l Sie können Geräusche wiedergeben, Filme sowie Internetseiten darstellen und noch eine ganze Menge mehr: Digitale Schultafeln lassen ihre ehrwürdigen grünen Kollegen alt aussehen. Über gleich drei neue Geräte dieser Art kann sich die Grundschule "Gebrüder Alstein" freuen. "Damit sind wir der Vollausstattung ziemlich nahe", freut sich Schulleiter Michael Blaschke. Insgesamt besitze die Alstein-Schule derzeit sieben digitale Tafeln. "Noch drei, dann können wir alle Unterrichtsräume mit ihnen ausstatten, inklusive Musik- und Werkraum", sagt Blaschke.

In den Geräten steckt laut Schulleiter eine "Wahnsinnstechnik", die für den Unterricht völlig neue Möglichkeiten eröffne. Jede digitale Tafel ist mit einem Laptop verbunden. Auf diese Weise können zum Beispiel Tafelbilder gespeichert und per E-Mail an die Schüler geschickt werden. Schulbücher werden als E-Book aufgespielt und über die Tafel dargestellt. Hinzu kommen interaktive Lernübungen und allerlei mehr. Auf diese Weise steckt das Unterrichtsmaterial bereits in der Tafel.

"Jeder kennt es, wie Kinder mit gebanntem Blick vor dem Fernseher sitzen. Jetzt sitzen sie genauso vor der Schultafel", erklärt Blaschke. "Das müssen wir nutzen, um Lerninhalte zu transportieren." Alle zweiten, dritten und vierten Klassen der Alstein-Schule arbeiteten bereits mit den neuen Tafeln. "Für die ersten Klassen bin ich an diesem Thema noch dran."

Im Mittelpunkt stehe aber nicht Digitalisierung um ihrer selbst willen, sondern der pädagogische Nutzen. Anhand einer finnischen Partnerschule habe man gelernt, dass der verfrühte Einsatz von Computern bei Kindern auch negative Folgen haben kann. Dort habe die frühe Gewöhnung an das Tippen auf der Tastatur bei den Kindern die Fähigkeit behindert, mit der Hand zu schreiben. Deshalb gibt es an der Alstein-Schule unter anderem Computerunterricht erst ab Klasse drei.

Die erste digitale Tafel erhielt die Alstein-Grundschule im Februar 2011 - damals noch am Ausweichstandort in Hillersleben. Wie auch das spätere zweite Exemplar wurde sie von der EU finanziert. Damit alle Lehrkräfte mit den Geräten umgehen können, gab es bereits seit 2010 entsprechende Schulungen. Die drei neuen Geräte konnten hauptsächlich deshalb angeschafft werden, weil zahlreiche Bürger und Unternehmen der Region die Alstein-Schule mit Spenden bedacht haben.

Für die Eröffnung der Europawoche, die die Alstein-Schule im Mai begeht, hat Michael Blaschke noch einen besonderen Plan: "Über die Tafeln möchten wir mit unserer Partnerschule im polnischen Ciechanów per Skype direkt in Kontakt treten", so der Schulleiter. Das dortige Schulgebäude sei bereits komplett mit den neuen Geräten ausgestattet.

Auch an der Otto-Boye-Grundschule Haldensleben spielen digitale Tafeln eine Rolle. Dort gibt es bisher drei Stück - "mit hoffentlich bald steigender Tendenz", wie Schulleiter Ingo Vogler anmerkt. Seine Kollegen seien von den digitalen Tafeln begeistert. Dabei bildet auch Ingo Vogler selbst keine Ausnahme: "Die modernen Tafeln machen die Arbeit nicht nur leichter, sondern auch deutlich vielfältiger."

Die Erich-Kästner-Schule hat bisher keine Digital-Tafeln. Ihre Anschaffung ist allerdings geplant. "Wann das passiert, ist aber noch unklar", sagt Stefanie Stirnweiß von der städtischen Abteilung für Stadtmarketing und Kommunikation.

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