Flechtingen l Ihrer Forderung nach fairem Lohn und einer Anpassung ihrer Gehälter an die anderen Kliniken der Gruppe im Osten haben die Mit- arbeiter der beiden Flechtinger Median-Kliniken gestern Mittag Nachdruck verliehen.

Rund 80 Mitarbeiter nutzten ihre "aktive Mittagspause", um in einem Rosenmontags- umzug an den Kliniken entlang zu ziehen, einige waren in Karnevalsmanier kostümiert, andere trugen die Westen der Gewerkschaft Verdi. Mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Rasseln zeigten die Frauen und Männer ihren Protest lautstark an, unterstützt von einige Patienten.

Heute gehen die Verhandlungen weiter. Die Angebote der Arbeitgeber sind nach Gewerkschaftsangaben inakzeptabel und würden von den Beschäftigten abgelehnt. Unter anderem soll die Angleichung der Löhne und Gehälter von Alt- und Neubeschäftigten bis zum Ende des Jahres 2016 gestreckt werden. Bei Neueinstellungen gebe es ebenfalls deutlich weniger in der Lohntüte als bei langjährigen Mitarbeitern in gleicher Beschäftigung.

"Die Kliniken schreiben schwarze Zahlen. Kein Grund also, auf den verdienten Lohn zu verzichten, den sich so die Anteilseigner in die eigene Tasche stecken", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Berek. "Der Abstand zu den anderen vergleichbaren Kliniken im Unternehmen ist riesig", sagte er. Zehn Prozent seien keine Seltenheit. Deshalb werde nun gleicher Lohn für gleiche Arbeit gefordert.

"Noch haben die Arbeit- geber die Chance, ein deutlich verbesseres Angebot auf den Tisch zu legen", so Jens Berek. Doch die Uhr tickt, und dann könne aus dem heutigen, noch übersichtlichen Warnstreik in der Mittagspause eine deutlich größere Aktion erwachsen.