Sie kommen aus Russland, der Türkei, Syrien und dem Kosovo, gemeinsam kochen sie für den Schülerkochpokal deutsch. Humeyra Dag, Birkenda Hasani, Nesrin Hamo und Maria Schmidt sind Schülerinnen an der Liebknechtschule, beim Kochen geben sie als Team alles.

Haldensleben l Köche können hart urteilen. Das mussten die Liebknechtschülerinnen Birkenda, Nesrin, Humeyra und Maria erfahren, die von einer Jury mit zwei Köchen für den Schülerkochpokal bewertet wurden: Die Magdeburger Christian Ulrich und Bärbel Schulz haben das Menü der Schülerinnen beim Probe- kochen für den Wettbewerb mit 79 von 100 Punkten bewertet. Ein gutes Ergebnis, aber die vier Mädchen wollen mehr erreichen. Stolz können sie trotzdem auf sich sein und das sehen auch die Juroren so.

Schülerinnen dürfen ein zweites Mal antreten und sich beweisen

Der Schülerkochpokal ist ein bundesweiter Wettbewerb, bei dem Teams aus vier Schülern ein Menü zusammenstellen und für eine Jury kochen. Die besten können es bis zum Bundesfinale schaffen. Das findet in diesem Jahr in Erfurt statt. So weit möchten es die vier Liebknechtschülerinnen auch schaffen, doch davor steht das Urteil der Jury.

Koch Christian Ulrich hat die Schülerinnen beobachtet: "Sie sind sehr gut vorbereitet, leider fließt das nicht in die Gesamtwertung für den Wettbewerb mit ein." Das Menü haben sie sich gemeinsam ausgedacht. Es heißt: "Wir können auch Deutsch". Warum, erklärt Maria Schmidt: "Wir wollten zeigen, dass wir mehr können, als die Gerichte aus unserer Heimat zu kochen." Marias Familie stammt aus Russland, die ihrer Mitschülerinnen aus dem Kosovo, Syrien und der Türkei.

Sich gemeinsam auf ein Menü zu einigen, sei nicht einfach gewesen, erklärt Maria. Beim Zusammenstellen haben sie Zutaten gewählt, die typisch für die deutsche Küche sind. Zucchini für die Vorspeise "Humeyras Genuss in grün." Lachs, Dill und Fenchel für den Hauptgang "Nesrins bunte Harmonie", Minze und Schokolade für den Nachtisch "Birkendas süßer Traum".

Eine Gesellenprüfung zum Koch hätten alle vier bestanden

An der Zusammenstellung kann Koch Ulrich wenig kritisieren. Was die Schülerinnen in seinem Urteil um Punkte bringt, sind nach seiner Meinung Kleinigkeiten: Der Blätterteig beim Hauptgang hätte als Dach auf dem Essen serviert werden, zu dem Dessert hätten die Schülerinnen noch Kirschen geben können.

Bei der Auswertung gab der Koch Tipps, wie die Zusammenarbeit des Teams besser werden könnte. Doch er macht auch Mut: Die Schülerinnen können mit den Vorschlägen noch einmal beim Wettbewerb antreten und mehr Punkte sammeln. "Nehmt euch die Tipps zu Herzen, dann sind noch mehr Punkte drin", ist der Koch sicher. Von dem Urteil der Jury ist Hauswirtschaftslehrerin Juliane Püschel überrascht. Sie hat mit den Schülerinnen geübt, damit beim Vorkochen alles klappt. Über die zweite Chance für ihr Team freut sie sich.

Das wichtigste Urteil über die Schülerinnen fällte Juror Ulrich im Gespräch mit der Volksstimme. "Wären die Schülerinnen zur Gesellenprüfung als Koch angetreten wären -- sie hätten bestanden", lobte der erfahrene Koch den Einsatz der Schülerinnen.

   

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