78 Schlittenhund-Gespanne rasten am Wochenende durch den Colbitzer Lindenwald. Das vom Sachsen-Anhalter Schlittenhundesportclub (SASC) veranstaltete Rennen wird unter den Mushern (Gespannführern) aus ganz Deutschland immer beliebter.

Colbitz/Rabensol l Die Musher stehen bereit. Ihre Helfer bändigen die Hunde. Die Hunde bellen, jaulen, springen. Alle sind heiß auf den Start über den 5,4 Kilometer langen Rundkurs durch den kühlen Heidewald.

Ausgebliebener Winter sorgt für verkorkste Rennsaison

"Das Wetter ist heute vielleicht nicht so schön für die Zuschauer, für uns und die Hunde ist es perfekt. Klar, tiefer Schnee wäre besser, aber den hat es in dieser Saison nicht mal bei den Rennen in den Alpen und in Tschechien gegeben. Viele, auch renommierte Rennen sind wetterbedingt ausgefallen. Das war eigentlich gar keine Saison", erzählt Helmut Gottschlich, Rennleiter in Rabensol und Vorsitzender des Sachsen-Anhalter Schlittenhundespotclubs (SASC).

Der Verein ist der einzige im Land für ausschließlich reinrassige Schlittenhunde und genießt einen guten Ruf in der Szene. Genauso wie das vom SASC zum fünften Mal organisierte Rennen in Rabensol.

"Es wären auch 100 Starter gekommen, aber unsere Kapazitäten sind begrenzt. Der gute Zuspruch hat vielleicht auch an der verkorksten Saison gelegen, aber vor allem liegt es an den hervorragenden Bedingungen hier in Colbitz. Wir haben gastronomische Versorgung vor Ort, alle Wohnwagen bekommen bequem Strom und Wasser, unsere 27 Mitglieder und ihre Begleiter haben alles gut im Griff. Das spricht sich herum und das haben mir auch die Teilnehmer bestätigt. Einige von ihnen nehmen fünf bis sechs Stunden Fahrt dafür auf sich. Sie kommen aus Ostfriesland und von der polnischen Grenze in Brandenburg, aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, aus Sachsen oder Thüringen. Wir sind zufrieden und die Zuschauer augenscheinlich auch."

Die Strecke von Rabensol zeichnet sich Gottschlich zufolge durch viele Wendungen und Kurven aus. "Hier zu laufen ist eine echte Freunde für die Hunde, sie lieben dieses Stürmen um die Ecken", betonte die ergraute Eminenz der Schlittenhundeszene von Sachsen-Anhalt. Die Liebe zu seinem Sport und zu den Tieren spürt man mit jedem Wort. Detailwissen, Verantwortung und Offenheit und prägen seine Musher-Seele.

Jeden Starter, jeden Wagen, jedes Gespann stellte Helmut Gottschlich vor dem Startschuss ruhig und mit Sorgfalt vor, er berichtet von den Besonderheiten der Gespanne, von den Schlittenhunden und ihren Bedürfnissen, von ihren Leistungen und Vorlieben.

Drei Schlittenhunderassen, ein Labrador und ein Beagle

Alle zwei Minuten geht es über den Lindenwald-Kurs. Präzision prägt den Renn- ablauf. Zum Schluss des Wochenendes werden die Läufe vom Sonnabend und Sonntag zusammengerechnet und die Sieger ermittelt.

In 14 Kategorien gehen die Hunde am Wochenende an den Start. Zwei bis acht Hunde ziehen die Gespanne. Einzelstarts gab es mit dem Velo (Fahrrad), mit dem Scooter (Roller) oder mit den Läufern. Die Läufer sind über einen Bauchgurt mit ihrem Hund verbunden. Die Laufdisziplin ist die wohl sportlichste Herausforderung für einen Musher.

Gewertet wird nach reinrassigen und gemischten Gespannen, nach Art des Gefährts, nach der Anzahl der eingespannten Schlittenhunde. Und natürlich nach Zeit.

Vor allem Siberian Huskies prägen das Renngeschehen von Rabensol. Auch die klassischen Schlittenhunderassen Samojeden und Alaskan Malamuten rasen durch den Lindenwald. Bei den Einzelgepannen sind sogar ein Beagle und ein Labrador dabei. Und viele begeisterte Besucher.