Haldensleben l Die Jugendarbeit im Landkreis Börde muss künftig kleinere Brötchen backen. Die finanzielen Zuwendungen, die der Landkreis von der Landesregierung erhält, werden immer weniger. Waren es im vergangenen Jahr noch 724 000 Euro, so werden es 2014 nur noch 581 300 Euro sein (Volksstimme berichtete).

Den Zuwendungsbescheid über die Jugendpauschale brachte die Staatssekretärin im Familienministerium, Anja Naumann (SPD), jedoch höchstpersönlich im Haldensleber Landratsamt vorbei. Da Naumann erst im Oktober ihren Posten übernommen hat, wollte sie die Gelegenheit nutzen und sich ein Bild über die Jugendarbeit in der Börde verschaffen.

Landrat Hans Walker (CDU) freute sich, die Staatssekretärin empfangen zu können. Schließlich habe man bisher noch nie einen solchen Zuwendungsbescheid bekommen. Bisher seien die Gelder stets über das Finanzausgleichsgesetz geflossen. Naumann betonte, dass noch zusätzliche Mittel über das Fachkräfteprogramm des Landes Sachsen-Anhalt ausstehen würden.

"Wo drückt der Schuh?", wollte die Staatssekretärin dann auch ganz unumwunden vom Leiter des Fachdienstes Jugend im Landkreis, René Grummt, wissen. Der berichtete, wie sich der Fachdienst Jugend bereits seit Jahren, bevor er selber die Leitung übernommen hat, mit dem Problem des demografischen Wandels in der ländlichen Region auseinandersetzt. Grummts Ansatz: "Wir müssen die Betroffenen beteiligen. Sie können alles mögliche machen, wenn sie die Jugendlichen nicht mit ins Boot holen, wird es keinen Erfolg haben." Probleme gäbe es auch, gute Fachkräfte zu gewinnen. Jahresverträge hätten "nicht sehr viel Sex-Appeal", so Grummt. Deswegen sei ihm an längerfristigen Lösungen gelegen. Zunächst müsse sein Fachdienst nun aber schauen, wie er mit weniger finanziellen Mitteln auskomme.

Anja Naumann schlug vor, die bisherigen Angebote auf mögliche Doppelstrukturen zu überprüfen. Sie wisse aber sehr wohl, dass weniger Jugendliche nicht weniger Arbeit bedeuten würde.