Die Erxleber Grums-Drillinge waren nach ihrer Geburt 1964 ein gefragtes Mädchentrio. Und was ist heute, genau 50 Jahre später, aus Ellen, Marietta und Kerstin geworden?

Erxleben l Als im März 1964 Ingeborg Grums Drillinge bekam, war das damals eine wirklich große Sache. Damit wuchs die Familie Grums auf sechs Kinder an.

Die Volksstimme berichtete damals mehrfach über die Neugeborenen Ellen, Kerstin und Marietta, die zwar ziemlich klein und noch leicht, aber gesund und munter in der Magdeburger Landesfrauenklinik das Licht der Welt erblickt hatten. DDR-Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht hatte damals die Ehrenpatenschaft übernommen.

Auch zu ihrem ersten und dritten Geburtstag besuchte die Volksstimme die Mädchen. Mittlerweile hatten sich in Erxleben genau ein Jahr nach den Grums-Drillingen noch die Zwillinge Petra und Kerstin Paul zum Trio hinzugesellt. Das Quintett brauchte für Ausflüge der Kinderkrippe schon einen eigenen Wagen, wie alte Fotos belegen. Kerstin Grums mittlerweile schon stolze Oma eines Enkels, hat die Erinnerungen alle aufbewahrt.

Selbst der erfolgreiche Abschluss ihrer Lehrzeit wurde in der Zeitung dokumentiert. Alle drei lernten in der Berufsschule Althaldensleben, allerdings mit Wirtschaftskauffrau, Fachverkäuferin und Facharbeiterin für Schreibtechnik verschiedene Berufe. "Ich hatte einen Lehrer, der aus allen Wolken fiel, als er mich in der Klasse sitzen sah", erzählt Kerstin Grums. Er hatte nämlich gerade zuvor ihre Schwester unterrichtet und meinte so, sich in der Klasse geirrt zu haben.

So ähnlich wie in den ersten Jahren ihres Lebens sahen sich die Drei später allerdings nicht mehr. Andere Frisuren und Kleider halfen zunehmend bei der Unterscheidung.

Am Sonnabend wurde der 50. Geburtstag im Kulturhaus gefeiert. Kerstin Grums ist die einzige, die auch nach ihrer Lehrzeit als Fachverkäuferin beim Konsum in Erxleben geblieben ist, sich bis zum Tod ihrer Mutter im vergangenen Jahr um deren Pflege gekümmert hatte.

Ihre Schwester Marietta, die lange Jahre in Wolmirstedt gelebt hatte, verstarb bereits vor neun Jahren. Ellen hat es ins sächsische Dresden verschlagen.

Trotzdem war das Kulturhaus von Erxleben gut besucht. Verwandte, Freunde, Nachbarn und Vereinskollegen gehörten zu den Gratulanten für Kerstin, die ein 16 Meter langes Buffet aufgebaut und bestellt hatte, um alle Gäste reichlich beköstigen zu können.

Viele Erinnerungen verbindet Kerstin Grums mit dem Kulturhaus. Ob in der Laienspielgruppe, mit dem Chor oder bei Diskoveranstaltungen - das Haus, mit dem die Drillinge groß geworden sind, gehört für die Jubilarin zu ihrer Heimat einfach dazu. Ihre langjährigen Weggefährten von der Chorgemeinschaft Erxleben boten Kerstin Grums und ihren Gästen ein kleines Geburtstagskonzert. Dabei durfte sich das Geburtstagskind die Lieder traditionell selbst aussuchen.

Aufgrund einiger gesundheitlicher und persönlicher Ausfälle im Chor machte es Kerstin Grums nichts aus, selbst mitzusingen. Im Gegenteil.

"Hier bin ich in meinem Element, und das möchte ich auch noch lange bleiben", sagt die Erxleberin, die trotz vieler Schicksalsschläge ihren Humor und ihre Bodenständigkeit nicht verloren hat.