Zu einem Scheunenbrand an der Hauptstraße 14 in Etingen sind Feuerwehrleute ausgerückt. Beim Einsatz mussten zwei Menschen gerettet werden. Fünf Einsatzkräfte der Etinger und neun der Kathendorfer Wehr sind vor Ort und alles ist "nur" eine Übung.

Etingen l Die Sirene erklingt in Etingen. Fünf Minuten später heult in Kathendorf die Sirene. So sieht die Szenerie aus, als die ersten Etinger Brandschützer nach acht Minuten zum Ort des Geschehens kommen. Eine Scheune in Etingen brennt. Auf dem Dach sitzt ein Mann, der ursprünglich das Dach reparieren wollte. In diese Darstellerolle ist Henning Wentland, ehemaliger Leiter der Kathendorfer Wehr, geschlüpft. Sein Helfer will Werkzeug vom Dachboden des angrenzenden Gebäudes holen, nimmt die Leiter mit. Dichter Qualm steigt aus dem Dach, aber der Spannemann kommt nicht zurück.

Während Lutz Barnieck, Einsatzleiter und Etingens Ortswehrleiter sowie sein Sohn Florian mit Hilfe der Feuerwehrleiter Wentland vom Dach holen, berichtet der Gerettete, dass sich sein Kumpel Max noch im Gebäude befindet. Jetzt ist Eile geboten. René Preim, Schiedsrichter und zuständig in der Stadtwehrleitung für die Einsatzplanung und Vorbereitung, beobachtet und dokumentiert jeden Handgriff. Er hat die Übung organisiert. "Mit der Kathendorfer Wehr hatten wir im letzten Jahr, als ein landwirtschaftliches Fahrzeug brannte, einen gemeinsamen Einsatz. Mit Kathendorf arbeiten wir seit Jahren gut zusammen", schildert Preim. Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren würde immer wichtiger werden. "Es wird immer schwieriger, tagsüber eine einsatzbereite Truppe zusammen zu kriegen. Die Zahl der Brandschützer nimmt vielerorts ab. So mancher ausgebildete Brandschützer arbeitet weit von seinem Heimatort entfernt. "Solche Übungen werden viel zu wenig gemacht", ergänzt Wentland. Während die Etinger wussten, dass die Übung auf dem Plan steht, hatten die Kathendorfer keine Ahnung. "Ich bin ja gespannt, wie viele unserer Männer anrücken", sagt Wentland. Wenige Minuten später sind auch die Kathendorfer vor Ort.

Ein Verständigungsproblem gibt es. Während die Etinger schon über die digitalen Funkgeräte verfügen, haben die Kathendorfer noch die alte analoge Technik. Die Brandschützer aus dem Nachbarort übernehmen die Wasserversorgung und fahren zum Tiefbrunnen. "Ohne Kathendorf hätte wir jetzt alt ausgesehen, weil wir heute keinen Maschinisten haben", gesteht Etingens Wehrleiter. Auch Stadtwehrleiter Hans-Heino Meuser kommt, um sich ein Bild von der Einsatzbereitschaft zu machen. Dann platzt auch noch ein Feuerwehrschlauch. "Deshalb üben wir. Genau so hätte es in der Realität auch laufen können", weiß Preim. Während vier Atemschutzgeräteträger nun Strohattrappe Max, der eine Rauchvergiftung erlitten hat, holen, klappt es nun auch mit der Wasserversorgung.

Nach zwei Stunden klingt der Einsatz der tatkräftigen Männer bei einer Auswertung mit vielen kritischen Worten und einem gemütlichen Beieinander und einem Würstchenessen aus.

 

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