Die Haldensleber Windenknechte sind dem Bau ihrer Burg einen weiteren Schritt näher gekommen. Der benötigte Entwurf des Flächennutzungsplanes liegt seit gestern öffentlich aus. Wenn alles klappt, könnte nächstes Jahr der Grundstein gelegt werden.

Hundisburg l Bis zum 4. Juni sind die entsprechenden Unterlagen im Bürgerbüro einsehbar. "Wenn es keine Einwendungen gibt, kann der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung die nötigen Änderungen beschließen", erklärt Lutz Zimmermann, der Vorsitzende der Windenknechte. "Nächstes Jahr können wir hoffentlich starten."

Bis dahin ist noch viel zu tun. Nach dem Flächennutzungs- muss noch ein Bebauungsplan erstellt, ausgelegt und beschlossen werden. "Der wird dann schon deutlich mehr Details enthalten", so Lutz Zimmermann. Doch auch die aktuellen Unterlagen geben einen ersten Einblick in das Projekt.

So wollen die Windenknechte nicht nur eine Burg errichten, sondern auch eine Siedlung, die sowohl aus Werkstätten als auch aus Wohnhäusern bestehen soll. Flächen für mittelalterliche Land- und Forstwirtschaft sind ebenfalls eingeplant. "Wir wollen eine mittelalterliche Produktionslandschaft abbilden", sagt Lutz Zimmermann. "Dazu gehören Ackerfläche, Gemüsebeete und auch ein Stück Wald."

Letzterer soll als sogenannter "Hutewald" östlich der Burg gepflanzt werden. Hinter dem Begriff steckt eine lichte Waldfläche, auf der Laubbäume, und zwar vor allem Eichen, wachsen. Sie dient als Weide für Ziegen, Schafe und eventuell auch Schweine. "Kleintierhaltung, wie zum Beispiel Hühner, gehören auch mit zum Projekt", so Zimmermann. Weiterhin geplant sind: Gastronomie, Sanitäranlagen, Kassenhäuschen und Parkplätze.

Entstehen soll all das gegenüber der Ziegelei in Hundisburg. Dafür muss das Areal im Flächennutzungsplan von einer "Fläche für Landwirtschaft" in eine "Sonderbaufläche der Zweckbestimmung Tourismus" umgewandelt werden. Insgesamt geht es um 11,7 Hektar. Davon sind 1,82 Hektar für den Wald und 2,75 Hektar für Grünflächen vorgesehen. Derzeit vorhandene Stallanlagen auf dem Gelände sollen teilweise abgerissen werden.

Einige Teile des Areals gehören zum Landschaftsschutzgebiet Flechtinger Höhenzug. Nach den aktuellen Unterlagen ist das aber kein Problem. Durch die "Anlage von Hutewald, die Extensivierung der Landwirtschaft, die Wiederherstellung und Freilegung von Quellen und Quellbächen" sowie die historische Siedlungsstruktur würden der "Charakter des Landschaftsschutzgebietes" und der "besondere Schutzzweck" nicht beeinträchtigt. Gastronomie, Sanitäranlagen und Parkplätze sollen außerhalb des Schutzgebietes entstehen - und zwar anstelle der bereits genannten Stallungen.

Die Bauarbeiten sind auf mehrere Jahre hin angelegt und sollen selbst zur touristischen Attraktion werden. Auf diese Weise wird das Projekt seinen Besuchern ermöglichen, in die Geheimnisse der mittelalterlichen Arbeitswelt einzutauchen.

Bis es soweit ist, suchen die Windenknechte noch nach finanzieller Unterstützung: "Wir werben weiter Sponsorengelder ein. Aber wir sind auf einem guten Weg, die Finanzierung für den Start hinzukriegen", betont Vereinsvorsitzender Lutz Zimmermann.