Ausgleich für Eingriff in die Natur

Die Neugestaltung der Schlossgärtnerei ist eine von 39 Kompensationsmaßnahmen des Steinbruchbetreibers CSI - als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft.

Dafür wurde ein landschaftspflegerischer Begleitplan entwickelt, dessen Maßnahmen sich auf 75 Hektar in einem 760 Hektar großen Gebiet verteilen.

Neben klassischen Maßnahmen zur Verbesserung des Naturhaushalts zählen zur Kompensation auch Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung und die Nutzbarmachung von Flächen für die Landschaft.

Zu den Kompensationsmaßnahmen gehören u. a. die Neugestaltung des Dorfteiches in Mammendorf und Verbesserung des natürlichen Lebensraums im Hauental.

Eichenbarleben l Die Sandsteinmauer saugt die Sonnenwärme auf, hinter der Mauer gedeiht eine Streuobstwiese mit historischen Obstbaumsorten. Der neu angelegte Teich soll sich zum Biotop entwickeln. Dazwischen schlängelt sich - parallel zum neuen Rad- und Spazierweg- der Bauerngraben.

Sohlgleite, Sitzbänke und Sandsteinmauern

Im Bauerngraben hatten einst die Gemüsebauern das Wasser angestaut. Ganz ohne Hindernisse mit eingebauter Sohlgleite kann das Wassergetier nun die Welt inmitten der neuen grünen Lunge von Eichenbarleben bereichern. Sandsteinerne Sitzbänke und zahlreiche Informationstafeln über die neu angelegten Klein-Biotope säumen die Wege.

"Die naturnahe Gestaltung des Bauerngrabens mit dem Abriss der Stauanlagen, die mit Augenmaß betriebene Entfernung standortfremder Bäume wie des eschenblättrigen Ahorns und die Anpflanzung standorttypischer Eichen, Erlen und Linden fügen sich zu einem belebenden Landschafts- element", lobte Helmut Harpke von der Naturschutzbehörde des Landkreises.

Harpke ergänzte: "Wir haben die Umgestaltung begleitet und können nur sagen, das war eine ausgezeichnete Kooperation mit CSI und ihrem Betriebsleiter Sascha Wienbrock."

CSI - die Cronenberger Steinindustrie - betreibt seit zwei Jahrzehnten den Hartgesteinstagebau im benachbarten Mammendorf. Aufgrund der mit dem Gesteinsabbau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft ist das Unternehmen per Gesetz zu Kompensationsmaßnahmen verpflichtet (siehe Kasten).

CSI-Chef Michael Pescher - eigens aus Wuppertal nach Eichenbarleben gekommen - betonte: "Die gelungene Umgestaltung der alten Schlossgärtnerei ist ein Sinnbild für einen gelungen Ausgleich verschiedener Interessen - zwischen unseren wirtschaftlichen Interessen, die mit Eingriffen in Ihre Heimat verbunden sind, einerseits und der Landschaftspflege mit Natur- und Artenschutz sowie Ausgleichsmaßnahmen für die Menschen und die Gemeinde andererseits."

Grundstückserwerb war das größte Problem

Das entstandene Kleinod liegt perfekt im grünen Herzen von Eichenbarleben. Radler können fortan direkt vom Radweg an der B1 über die Schule durch die Schlossgärtnerei bis zum "Busch" und schließlich in den Schlosspark gelangen.

Diesen Nutzwert für die Naherholung der Dorfbewohner und für den von der Gemeinde angestrebten Kleintourismus entlang des 100 Kilometer langen Holunder-Radweg-Netzes quer durch die Hohe Börde lobten Ortsbürgermeister Detlef Binkowski und Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel gleichermaßen.

Die Anlieger waren bei der feierlichen Einweihung begeistert und lobten die gute Arbeit. CSI-Betriebsleiter Sascha Wienbrock erinnerte an die lange Vorgeschichte der Umgestaltungspläne. Wichtigste Voraussetzung war gewesen, dass der Bund die Flächen an die CSI verkauft. Nach jahrelangen Bemühungen war das schließlich gelungen und die aufwändige Neugestaltung konnte beginnen.