Um sich ein Bild von den neu gestalteten Räumlichkeiten des Hortes in Rätzlingen zu machen, hat der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Stadt die Einrichtung besichtigt. Im Hort werden derzeit 64 Kinder betreut.

Rätzlingen l "Der Hort der Grundschule gehört zu unserem Fachbereich. Wir schauen uns heute mal den fertigen Umbau an, zumal wir erst vor kurzem eine relativ unpopuläre Entscheidung in unserem Ausschuss getroffen haben, um den Grundschulstandort Rätzlingen langfristig zu sicher. Wir haben geringfügig Schuleinzugsbereiche verändert", erinnerte sich Angela Leuschner (SPD), Vorsitzende des Sozialausschusses der Einheitsgemeinde, bei ihrer jüngsten Zusammenkunft des Gremiums. Kinder aus Everingen, Klinze und Seggerde werden demnach ab dem Schuljahr 2014/15 die Grundschule in Rätzlingen besuchen, um die Einrichtung in Weferlingen zu entlasten.

"Wir hoffen, dass die Kinderzahlen in Rätzlingen so bleiben", so Angela Leuschner. Im Moment sieht es so aus, dass der Schulstandort bis 2018/19 gesichert ist. Deshalb ist es auch wichtig, die Hortbetreuung direkt am Schulstandort in einem vernünftigen Niveau anbieten zu können.

Janine Krumm, Leiterin des Hortes, führte die Gäste durch die Räumlichkeiten, die bereits im März 2014 feierlich eingeweiht wurden. Die alten Räumlichkeiten im Flachbau auf dem Schulgelände entsprachen längst nicht mehr den modernen Anforderungen. Rätzlingens Bürgermeister Wilhelm Behrens (parteilos) erinnerte sich an die Diskussionen und Überlegungen, das alte Hortgebäude, in dem früher die Umkleideräume der Männer der Maschinen-Traktoren-Station untergebracht waren, zu sanieren oder mit dem Hort ins Schulhaus zu ziehen. Mit einer Kostengegenüberstellung kam der Stadtrat damals zur Entscheidung, alles unter ein Dach zu bringen. "Wir haben in Rätzlingen viele Kinder. Die Mädchen und Jungen kommen nicht nur aus unserem Ort, sondern auch aus Orten unserer Region", betonte Behrens.

Einige Monate dauerten die Umbauarbeiten. Der linke Flügel im Obergeschoss der Grundschule wurde komplett saniert und renoviert. Dem Hort stehen jetzt 240 Quadratmeter zur Verfügung. Es gibt einen Raum, in dem die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen und auch gemeinsam speisen können, eine moderne Küche, einen Bewegungsraum, ein Zimmer zum Kreativsein, einen Platz zum Lego-Bauen, eine Kuschelecke und sogar eine kleine Theaterbühne samt Beleuchtung. Alle Räume wurden von innen gedämmt und mit einer Akustikdecke versehen. Jedes Zimmer hat zur Orientierung der Kinder eine andere Fußbodenfarbe. Neu sind die Heizung und die Sonnenschutzjalousien. Zum Hort gehören ein Büro, ein Raum für die Schulranzen und die Sanitäranlagen. Unter anderem musste für den Brandschutz eine Außentreppe als zweiter Fluchtweg angebaut werden.

"Möglich waren die Umbauarbeiten durch Fördermittel aus dem Stark-III-Programm, Investitionszulagen und den Eigenanteil aus dem Topf der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen", zählte Behrens auf. Insgesamt kostete das Vorhaben etwa 170000 Euro.

Janine Krumm erklärte die täglichen Abläufe. Die Kinder können zum Beispiel mit Karteikarten allein entscheiden, wann sie ihre Hausaufgaben erledigen. "In den Ferien wollen wir auch einen Kinotag veranstalten. Eine Kollegin bringt dann ihre Popcornmaschine mit", sagte die Hortchefin, zeigte auf ein älteres Fernsehgerät und ergänzte: "Wir hoffen, dass wir mal Spendengelder bekommen, um uns einen Flachbildschirm kaufen zu können."