Der Umgang mit neuen Medien stand im Mittelpunkt eines Projektes an der Hermsdorfer Grundschule. Über das Verhalten in Internet-Foren mit allen Vorteilen und Fallstricken sprachen die Hermsdorfer Viertklässler mit einer Expertin.

Hermsdorf l Positive Eigenschaften schrieben die Viertklässler ihren Mitschülern auf den Rücken. Die Beschriebenen freuten sich danach wie Bolle über die ihnen zugewiesenen guten Eigenschaften.

Mobbing im Internet kann Jeden treffen

Doch im Internet läuft`s nicht immer so. In Chat-Plattformen wie Facebook und WhatsApp können Nutzer richtig ablästern. Und die Betroffenen bekommen nicht immer etwas davon mit. Beschimpfungen, Gerüchte, Lügen können verletzen. Das berichteten die Viertklässler aus eigener Erfahrung ihrem Gast Martina Engelhardt-Oxe. Sie ist Präventionsfachkraft bei der Drogen- und Suchtberatung des "Paritätischen" in Haldensleben und besucht regelmäßig Kitas, Jugendklubs und Schulen im ganzen Landkreis.

In geduldigen Gesprächen mit den Schülern, bei Rollenspielen und inszenierten Situationen lernten und bestätigten die Kinder: Spielen am PC kann zur Sucht und Chatten im Internet zum bösen Spiel werden. Auch dort müssen Regeln gelten. Und an diese Regeln muss man sich auch halten. Denn schnell kann ein Lästerer selbst zum Opfer werden.

Das Lernen von Umgangsformen und Konfliktbewältigung im direkten alltäglichen Kontakt und bei virtuellen Begegnungen im Chat standen im Mittelpunkt des altersgerechten Präventionsprojektes an der Bördegrundschule. Organisiert hatte Julia Meister die Doppelstunde mit der Haldensleber Präventionsexpertin Engelhardt-Oxe.

Julia Meister ist seit November 2013 Schulsozialarbeiterin an der Hermsdorfer Grundschule. Die 31-Jährige gehört zu den insgesamt acht Schulsozialarbeitern des "Paritätischen" (Wohlfahrtsverbandes) im Landkreis Börde.

Schulsozialarbeiterin hat immer ein offenes Ohr

Sie ist in den Pausen und in der Freizeit Ansprechpartner für die Kinder in allen Belangen. Auch Eltern, Erziehern und Lehrern steht sie offen gegenüber.

Bei Problemen steht Julia Meisters Tür immer offen, sie versucht Konfliktlagen in der Schule zu erkennen, helfend einzugreifen und zu beraten. "Dazu gehört auch immer stärker das Internet", berichtet sie. Einmal in der Woche gibt sie selbst Unterricht. Ihre Stunde heißt "Soziales Lernen". Themen sind dabei Stärken und Schwächen von Menschen, gute und schlechte Gefühle, Mobbing, Suchtprävention und andere Sphären, die den Schul- und auch den übrigen Alltag von Kindern und Erwachsenen prägen. "Das Spektrum ist breit wie das Leben. Manchmal - wie heute - lade ich mir auch externe Experten ein."

Das Angebot kommt an. Die Schüler machen mit, nutzen die Chance, über sich, ihre Gefühle, Erfahrungen und Freuden zu berichten. Und sie mögen Julia Meister. Auf ihrem Rücken hatten die Schüler übrigens vermerkt: "Fröhlich, nett, verständnisvoll, lustig" Und: "Du machst einen tollen Unterricht."

Bilder