Ein verwegener Haufen von Freunden der mittelalterlichen Kultur und Szene hatte am vergangenen Wochenende zur 9. Irisch-keltischen Mittsommernacht auf den Walbecker Hagen ein geladen.

Walbeck l Wenn Fidel, Trommel und Mandoline hoch über den Dächern von Walbeck erklingen, dann haben die "Turmfalken" ihr Nest zum mittelalterlichen Treiben rund um die Stiftskirchenruine aufgeschlagen.

Am Wochenende war es wieder soweit. Zum 9. Mal trafen sich Mittelalterfreunde aus nah und fern und schlugen ihre Zeltlager und Marktstände im Allertal auf. Dazu noch eine gehörige Portion irisch-keltischer Klänge und schon war ein unterhaltsames Wochenende auf die Beine gestellt.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Wochen und Monate vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Notwendige Sicherungsarbeiten an der Ruine ließen offen, ob sich das Spectaculum auf der sonst üblichen Fläche ausbreiten könnte oder nicht. Die Frauen probierten neue Rezepte mit alter Rezeptur aus, um dem Publikum etwas Neues bieten zu können.

Handwerker, Gaukler und allerlei Fußvolk von der Magd bis zum Marktvogt, edlen Rittern und tollkühnen Vagabunden trieben sich auf dem weitläufigen Gelände herum, trieben allerlei Schabernack mit dem neugierigen Volke, das es wie gewohnt in Scharen auf den Hagen zog.

Freitag eröffneten "Fenestra temporis", Schülerband des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, den musikalischen Reigen mit ihren überaus ansprechenden Liedern, gefolgt von "Nobody knows". Die Stendaler mischen ihre Lieblingsmusik zu einem einzigartigen Folkcocktail zusammen und vermitteln mit Einfallsreichtum und einer Portion Selbstironie und Komödiantismus reine Spielfreude. Trotz eines Regenschauers zwischendurch.

Am Sonnabend spielte "Sagax furor" aus Magdeburg die Mittelalterfreunde in die Vergangenheit zurück. Vor allem mit Trommeln und Dudelsäcken erschaffen sie einen für sie charakteristischen Sound.

Während die Musik von der Hauptbühne allgegenwärtig war, lohnte ein Bummel an den zahlreichen Stünden entlang. Händler boten ihre Waren feil, wobei von allerlei Kräutern, Met und Fruchtweinen bis hin zu Schmiede- und Holzwaren sowie wollenen Sachen eine breite Palette zu sehen war.

Aus den Tavernen, Suppenküchen, Garstuben und riesengroßen Pfannen über offenem Feuer duftete es verführerisch.

Ob denn die "Fresswaren" auch wirklich für gut befunden werden konnten, das musste das bewährte "In Taberna"-Trio mit Marktvogt Bernulf von Rheinberg, Herold Sir Cedric von Cadfannen und Ugluck, dem Buckligen, erst noch testen. Bei der allgemeinen Markteröffnung mit vielen Akteuren nämlich ließen sie sich allerlei Speis und Trank zum Verkosten herbeischaffen.

"Wurschtpfanne", Fleisch im Fladenbrot und Hexensuppe, letztgenannte allerdings für alle Nicht-Hexen erst nach einer Prüfung zu verabreichen, mundeten so sehr, dass der Markt nach allerlei Handgeklapper (Applaus aus dem Auditorium) schließlich offiziell freigegeben wurde. Handgeklapper musste zur Eröffnungszeremonie übrigens erst noch geübt werden, schließlich sollte den Spielleuten des Marktspektakels davon reichlich präsentiert werden, um für ihre Vorstellungen zu danken.

Für die Kinder hatten sich die Organisatoren auch wieder viele Angebote einfallen lassen. Allerlei alte Spiele wechselten mit modernen Aktionen wie Kinderschminken, um das Jungvolk zu beschäftigen.

   

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