Eine Kirche für Jung und Alt - das soll die Kleine Kirche am Berg sein, wenn es nach den Wünschen der Gäste geht, die dort am Sonntag gemeinsam gefeiert haben.

Haldensleben l 25 Jahre ist es her, dass der Grundstein für die Kleine Kirche am Berg gelegt wurde. An dieses Ereignis erinnerte die Kirchengemeinde mit einem bunten, fröhlichen Fest. Und viele waren gekommen, um mitzufeiern. Drei Wochen alt war die Jüngste - Cornelia Jüttner brachte Tochter Felicitas mit. Die ältesten Gäste haben weiße Haare. Viele erinnern sich noch an die Anfangszeit und fühlen sich der Holzkirche verbunden. "Wir sind immer gern zum Gottesdienst hierhergekommen", erzählt Christel Schmidt, die mit Ruth Tschirschnitz und Gerda Gießmann das Fest genießt. "Das ist hier ein kleiner Kreis, familiärer als in der großen Kirche. Und wir haben hier schöne Feste gefeiert - Sommerfeste, Johannestag, wir haben Lichtbildervorträge gesehen, in der Adventszeit zusammen gesessen. Hier gibt es eine schöne Küche. Wir wünschen uns, dass hier auch wieder Gottesdienst ist."

Ähnlich denken junge Leute über die Kleine Kirche. "Sie ist klein und doch wie ein großes Dach, sie ähnelt einem Zelt, unter dem wir gefeiert haben und gekocht und gelacht und gesungen mit Band im Advent, in der Osternacht am Lagerfeuer", sagte Rebekka Grotjohann.

"Vor mehr als 25 Jahren haben Christenmenschen gesagt: wir wollen Kirche bauen, dort, wo Menschen sind, wo neue Häuser gebaut werden", erinnerte Pfarrer Matthias Simon. Einige seien losgegangen und hätten eingeladen: "Es waren mehr offene Türen in den Wohnungen und Herzen, als sie erhofft hatten."

Zu einem Sketch setzten sich junge Leute auf der kleinen Bühne an einen Tisch und stellten fest, dass sich durchaus etwas finden lasse, was sie gemeinsam machen können, nämlich eine Thunfisch-Schinken-Currywurst-Pizza mit Spinat zu backen. Und diese bunte Mischung war dann auch symbolisch für die vielen Wünsche der Gäste an ihre Kirche. Alle hatten kleine runde Zettel und Stifte bekommen. "Schreiben Sie auf, wenn Sie denken, das müsste stattfinden in meiner Kirche", forderte Pfarrer Simon auf. "Am nächsten Sonntag ist nach dem Gottesdienst Gemeindeversammlung, dann wird darüber gesprochen." Ganz unterschiedliche Wünsche wurden zu Papier gebracht: Gottesdienst mit Musik, Kirche, die zu den Menschen geht, Taizé-Nacht, Nacht der Stille, mehr gemeinsame Fahrten und Ausflüge, mehr Bands und moderne Musik, Musik am Abend am Lagerfeuer, Kletterwand im Kirchturm, mehr Angebote für 20-bis 40-Jährige. Und ein Wunsch kam mehrfach: Gottesdienst nicht schon um 9.30 Uhr, sondern erst um 10 oder 10.30 Uhr.

"Wir sammeln Zutaten für dieses Haus", schlug Pfarrer Simon wieder den Bogen zu den jungen Pizzabäckern. "Dass dieses Haus ein Raum wird zum Treffen, Raum für Stille, für Spiel, fürs Reden." Raum fürs Feiern und für Nachbarn, zum Kochen und Backen. "Ein Haus, das leuchtet und offen sein will für andere und aus dem es verheißungsvoll duftet, wenigstens von Zeit zu Zeit. Und wenn Gott vorbei geht, dann bleibt er stehen und denkt: Es geht doch. Ich muss gar nicht viel machen." Und Gott würde nicht lange zögern, sondern dazukommen und sich mit an den Tisch setzen.

An diesem festlichen Tag saßen ganz viele mit am Tisch. Und ganz viele trugen dazu bei, dass dieser Tag ein unvergesslicher geworden ist: der Musikkreis Laudate, die Kinderkantorei, die Jugendband und viele, viele andere Helfer, die das Fest vorbereitet haben und an dem Tag dafür gesorgt haben, dass alle zu trinken und zu essen hatten, dass sie sich einfach wohlgefühlt haben.

   

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