Glüsig l Obwohl die Wallfahrtsmesse an der St.-Annen-Kapelle auf dem Kapellenberg in Glüsig in diesem Jahr um eine Woche vorgezogen worden ist, trafen sich hier am Sonntag zahlreiche Christen aus der Umgebung. Auch aus Magdeburg und noch weiter her waren Gäste gekommen. Einige kamen zu Fuß und starteten schon früh am Morgen ihre Prozessionen in Groß Ammensleben und Althaldensleben.

"Wir sind mit unserer Wallfahrt nicht allein auf weiter Flur", stellte Ordinariatsrat Ulrich Lieb, Leiter des Fachbereichs Pastoral im Bistum Magdeburg, in seiner Predigt fest und schränkte diese Bewegung nicht nur auf die katholische Kirche ein. Wallfahrer und Pilger, die sich auf den Weg machen, würden Orte suchen, an denen sie sich besinnen könnten. Dafür seien zwar Jesus` Wirkungsstätten in Palästina die erste Adresse, aber im Laufe der Zeit hätten sich auch andere Wallfahrtsorte herausgebildet. "Das ist ein Zeichen dafür, dass Menschen auf ihrem Lebensweg immer wieder Orte brauchen, um sich zu besinnen", so der Ordinariatsrat. Es sind Orte, an denen auf den Schutz Gottes vertraut und das gemeinsame Glauben und Hoffen gestärkt werden kann.

Einer dieser Wallfahrtsorte ist der Kapellenberg in Glüsig - und das schon seit Jahrhunderten. Die Christen, die sich hier versammeln, gedenken der heiligen Anna und ihrem Mann Joachim. "Wir vertrauen uns ihnen an", erklärte Ulrich Lieb , der daran erinnerte, dass der 26. Juli der heiligen Anna und ihrem Mann gewidmet ist.

Getreu dem Motto der diesjährigen Wallfahrtsmesse, "Mit hörendem Herzen auf den Weg", forderte Ulrich Lieb die Anwesenden auf, mit dem Herzen zu hören. Und so beispielsweise auch die Schreie der Hungernden in der Welt zu hören und Anteil an den aktuellen Katastrophen zu nehmen. Ein hörendes Herz vermag, so Lieb, die Welt zu verändern.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einem Chor aus Haldensleber Sängern, einer Bläsergruppe aus Helmstedt und einer Kindersingegruppe aus Dessau. Letztere verlebte zuvor eine reli- giöse Kinderwoche auf dem Gut Glüsig mit Spielen, Baden und Singen.

Bevor alle den gemütlichen Teil der Veranstaltung für die Begegnung nutzten, verwies der Ordinariatsrat darauf, dass der Wallfahrt nach Glüsig in den kommenden Wochen noch einige andere Unternehmungen dieser Art folgen. So brechen einige Ministranten aus der Region in einigen Tagen zur Wallfahrt nach Rom auf, für den 7. September ist die Bistumswallfahrt auf der Huysburg geplant. "Wallfahrten verstehen sich als Orientierungspunkt auf unserem Weg", fasste Ulrich Lieb zusammen.