Unbeeindruckt von den Arbeiten am Mittellandkanal erlebt der Haldensleber Sportboothafen eine mögliche Rekordsaison. Deutlich früher als üblich konnte gestern das 1000. Gefährt des Jahres begrüßt werden.

Haldensleben l "Normalerweise kommt das tausendste Schiff oder Wohnmobil erst Anfang September an", erklärt Hafenmeisterin Pavlina Fischer. "Aber diesmal könnte es eine Rekordsaison werden."

Gemeinsam mit Manfred Rathgeber, dem Technik-Vorstand der Wassersportfreunde Haldensleben, begrüßte sie am Donnerstag die Mannschaft des Segelschiffes "Mon Plaisir" in Haldensleben. Robert und Helga Winkler sowie ihr Enkel Jonas (7) sind mit dem selbstgebauten Jollenkreuzer auf dem Heimweg von der Ostsee Richtung Dresden. Dass sie dabei in Haldensleben Station machen, ist kein Zufall: "Wir waren vor vier Jahren schon einmal hier und haben den Hafen in sehr guter Erinnerung behalten", sagte Helga Winkler. "Besonders die Gemütlichkeit und die freundlichen Menschen gefallen uns hier gut", ergänzt ihr Mann Robert. Dabei hätten sie durch die Arbeitsschiffe auf dem Kanal die Hafeneinfahrt beinahe verpasst.

"Die Bauarbeiten bremsen im Moment wirklich den Besucherstrom", sagt Pavlina Fischer. Viele potenzielle Gäste hätten Sorge, dass sie den Hafen vielleicht nicht zur geplanten Zeit wieder verlassen könnten. "Auch durch den zusätzlichen Hafen in Calvörde ist unsere Situation schwieriger geworden", gibt Pavlina Fischer zu. Im Gegenzug gibt es diese Saison jedoch auch einen großen Vorteil: Durch das Niedrigwasser der Elbe müssten viele Schiffe auf die Kanäle ausweichen. Aber mit diesem glücklichen Umstand gibt sich Pavlina Fischer nicht zufrieden. Die Wassersportfreunde arbeiten stetig daran, den Haldensleber Hafen immer attraktiver zu machen. "Wir versuchen, jedes Jahr etwas Neues für unsere Gäste parat zu haben, und gehen dabei auch gerne auf Anregungen ein", so die Hafenmeisterin. So soll zum Beispiel 2015 ein Nebengebäude mit Waschmaschinen und Trocknern entstehen. Neben der persönlichen Betreuung versucht sie auch, mit den Sehenswürdigkeiten der Region zu punkten: "Jeder Gast erhält ein Paket mit Info- und Kartenmaterial. Dabei werden wir von der Stadt unterstützt."

Einige Besucher würden ihren Aufenthalt dadurch spontan verlängern, andere planten auf der Rückreise mehr Zeit ein. Auf jeden Fall werde die Zahl der Stammgäste immer größer. Das sehe man auch bei den Wohnmobilen: "Als ich vor sechs Jahren hier angefangen habe, kamen etwa 40 Stück pro Saison vorbei. Dieses Jahr sind wir bereits bei mehr als 300", so Pavlina Fischer. "Wir legen uns die Messlatte sehr hoch. Aber die Gästebucheinträge zeigen uns jedes Jahr, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Helga, Robert und Jonas Winkler wollen ihre Reise heute schon fortsetzen. "Aber wir kommen wieder", verspricht der 78-Jährige.