Haldensleben l Als eine große Familie präsentierte sich am vergangenen Wochenende der Haldensleber Sportclub. Zum wiederholte Male nämlich hatte der Verein zu seinem Familien- wochenende eingeladen. Die Teilnahme allerdings war vorrangig denjenigen vorbehalten, die sonst nur als Familienmitglieder die sportlichen Aktivitäten ihres eigenen Nachwuchses von den Zuschauerrängen aus verfolgen.

Somit konnten Eltern und Großeltern, aber auch Sponsoren und Freunde des Sportclubs ihre eigene sportliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Da blieb es nicht aus, dass einigen nach dem 50-oder 100-Meter-Lauf kurzzeitig mal die Puste wegblieb, denn zum Teil lagen ihre sportlichen Höchstleistungen weit in den Zeiten des vergangenen Jahrtausends.

Und doch wurde verbissen um Sekunden auf der Sprintstrecke und um Zentimeter auf der Weitsprunganlage oder am Kugelstoßring gekämpft. "Wir bieten allen, die Lust haben, die Möglichkeit, hier bei uns das Sportabzeichen abzulegen", weiß Chef-Organisator Rainer Schütte um den sportlichen Ehrgeiz der Kinder, Frauen und Männer.

Er freut sich, dass am Sonnabend gut 25 kleine und große Sportler den Weg ins Stadtion an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee gefunden hatten. Und mindestens genauso so viele Zuschauer verfolgten das Treiben von der Seitenlinie aus. "Auf alle Fälle sind mehr gekommen als noch im vergangenen Jahr", meint Schütte. Und er hofft, dass die Veranstaltung noch weiter wächst.

Kegelabend sprengt alle Erwartungen

Zumal er schon am Vorabend einen ersten Achtungserfolg verzeichnen konnte - beim Kegelabend im Waldstadion. "Wir hatten optimistisch mit etwa 30 Teilnehmern gerechnet. Doch es kamen 50, da hatte ich auf den vier Bahnen alle Hände voll zu tun", erzählt er.

Die sportlichen Grundvoraussetzungen auf dem Sportplatz an der Jahnallee - Laufbahn, Kugelstoßring, Weitsprunganlage, Volleyballnetz und natürlich das Fußball-Spielfeld - haben er und seine Mitstreiter für das Wochenende noch optimiert. Eine Hüpfburg sorgte bei den Kindern für gute Laune, an der Torwand war Treffsicherheit gefragt, beim Schießen mit dem Lasergewehr kam es auf eine ruhige Hand und ein gutes Auge an, und am Tischkicker konnten sich Einzelspieler oder Doppel-Teams duellieren.

Darüber hinaus wurde der Saal des Vereinshauses in eine Tischtennis-Arena verwandelt. Extra aus Althaldens- leben wurden die grünen Platten an die Jahnallee gebracht und mit vereinten Kräften im Saal aufgestellt - "vier Mann, vier Ecken" lautete die Devise für den schweißtreibenden Transport vom Kleinlaster ins Vereinsdomizil.

Am Ende wurden die sportlichen Erfolge der Teilnehmer mit Urkunden, Medaillen und Pokalen gekrönt, wogegen der Muskelkater am Sonntag beim gemeinsamen Hausschlachtefrühstück auskuriert wurde.

Seit vier Jahren steht das Familienwochenende fest im Programmplan des Haldensleber Sportclubs. Es sei als eine Art Ersatz gedacht für die großen Feste, die Anfang der 1990er Jahre an der Jahnallee gefeiert wurde, meint Rainer Schütte. Damals zogen sich die sportlichen Wettkämpfe über eine ganze Woche hin, und deren Abschluss wurde mit einer Riesenparty gefeiert. "Solch eine Veranstaltung ist aber mit den Jahren zu einer Frage des Geldes geworden. Aber einen sportlichen Höhepunkt außerhalb der offiziellen Wettkämpfe und Spielpläne wollten wir schon noch setzen", sagt er. Und daher bleibt der HSC eben einmal im Jahr ganz in Familie.

 

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