Kein Grund mehr zum Klagen. Der Wohnblock mit den 150 Wohnungen an der Köhlerstraße, im Volksmund lange als Klagemauer bezeichnet, ist in einer einmaligen Gemeinschaftsaktion von Vermietern, Stadt und Versorgern zu einem Schmuckstück geworden.

Haldensleben l "Wir haben die schönste Straße von Haldensleben", versichert Erwin Schlitte strahlend. Der Mieter kommt auf Henning Konrad Otto, Dezernent der Stadtverwaltung, Harald Schmidt, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), und Wolfgang Kaiser, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Roland", zu und sprudelt seine Freude über die Veränderungen an diesem langen Wohnblock an der Köhlerstraße geradezu heraus. "Das war aber nicht bestellt", versichern die drei Männer lachend. Seit 1976 wohnt Erwin Schlitte in der Köhlerstraße, und er wohnt gern hier. Die Fassaden der Blöcke sind schmuck geworden, Balkone wurden erneuert, neue Parkplätze hinter den Häusern gebaut, und nun wurde auch noch die Straße vor den Haustüren erneuert. Hier lässt es sich leben.

Nicht nur Erwin Schlitte denkt so, Leerstand gibt es in diesem innerstädtischen Wohngebiet fast nicht. Zieht ein Mieter weg, steht der nächste schon vor der Tür. Eine "Klagemauer", wie dieser Block zu DDR-Zeiten genannt wurde, ist dieser Wohnblock schon lange nicht mehr. Darüber sind sich alle einig.

Sowohl Wohnungsbaugesellschaft als auch Wohnungsbaugenossenschaft sind Eigentümer dieser Blöcke. Gemeinsam haben sie die Verbesserung der Wohnqualität für ihre Mieter geplant und umgesetzt, haben nicht nur die eigenen Wohnungen gesehen, sondern immer die Häuserreihe in der Gesamtheit.

Das hat sich auch für die Unternehmen selbst ausgezahlt. Wenn von beiden zusammen größere Aufträge vergeben werden können und die Bauleitung im eigenen "Haus" bleibt, kann das nur Kosten sparen. Seit 2012 wird diese Häuserreihe Stück für Stück modernisiert, werden die Außenanlagen neu gestaltet. Da haben Wobau und WBG immer an einem Strang gezogen.

Wohnungsbaugesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft konnten aber auf weitere Partner zählen. Die Stadt Haldensleben hatte die Erneuerung der Straße vor diesen Wohnblöcken einschließlich der Parktaschen in diesem Jahr eingeplant. Dazu gehören auch die Gehwege, Beleuchtung, Borde und Gossen. Diese Arbeiten wurden von März bis Mai ausgeführt, erläuterte Henning Konrad Otto beim Treff an der Köhlerstraße.

Zuvor allerdings kamen Ver- und Entsorgungsunternehmen zum Einsatz. Die Stadtwerke haben neue Mittelspannungsleitungen verlegt. Zudem kamen neue Wasserleitungen in die Erde und die Hausanschlüsse wurden erneuert. Der Abwasserverband Untere Ohre ließ die Schächte erneuern.

Schließlich wurde die Straße einschließlich der Parktaschen vor den Blöcken im August asphaltiert. Die Finanzierung dieser Arbeiten teilen sich nicht nur die Stadt und die beiden Wohnungsvermieter. Da Förderung aus dem Programm "Soziale Stadt" geflossen ist, fließen dafür auch Mittel von Bund und Land. "Es ist immer schöner geworden", bekräftigt Erwin Schlitte.

Kleine Restarbeiten an den Außenanlagen müssen jetzt noch erledigt werden. Das aber sehen die Mieter nicht so tragisch. Das Gesamtbild passt für sie.