Eindeutig hat sich der Stadtrat bei der jüngsten Sitzung erneut gegen die Pläne für den Gesteins- abbau Etingen-Maschenhorst entschieden. Nun liegt es in den Händen des Landesverwaltungsamtes, ob der Hauptbetriebsplan zugelassen wird oder nicht.

Walbeck l Der Stadtrat hatte sich bereits im September 2013 gegen den Gesteinsabbau Etingen-Maschenhorst ausge- sprochen, nun stand das Thema bei der Sitzung des Gremiums, das am Dienstagabend in Walbeck tagte, wieder auf der Tagesordnung. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen hatte die Stadt Oebisfelde-Weferlingen zum wiederholten Mal um eine Stellungnahme zum Gesteinsabbau Etingen-Maschenhorst gebeten. Grund dafür war, dass ein neuer Antrag der Matthäi Bauunternehmen GmbH Co. KG auf Zulassung des Hauptbetriebsplanes für den Tagebau vorlag. Vertreter der unmittelbar betroffenen Ortschaften, wie Etingen, Eickendorf, Kathendorf und Rätzlingen, wurden im Vorfeld über das geplante Vorhaben informiert. Sie hatten sich gemeinsam mit dem Bauamtsleiter Uwe Dietz beraten und eine Stellungnahme erarbeitet, die der Stadt als Argumentationshilfe diente.

"Ich finde es ein starkes Stück, dass kein Vertreter aus Siestedt, Ribbensdorf oder Klinze zu dieser Beratung eingeladen wurde", sagte Kerstin Dörfel (CDU) aus Klinze und kritisierte damit die Verwaltung. Schließlich könnte es sein, dass die Lkw auch durch diese Orte fahren. "Das Wort ,betroffene` ist auslegungsbedürftig", stellte Steffen Wetterling (UWG), Vorsitzender des Stadtrates, fest.

Die Vertreter aus den vier geladenen Orten lehnten die Steinbruchpläne ab. Von den Rahmenbedingungen, die zur Ablehnung des Hauptbetriebsplanes 2008 geführt hatten, habe sich vom Grundsatz her nichts geändert. Damals ging es unter anderem um das Her- auslösen eines Areals zum Gesteinsabbau aus dem Landschaftsschutzgebiet "Flechtinger Höhenzug". Lautstark hatten damals zahlreiche aufgebrachte Bürger aus der Region gegen die Wiederaufnahme des Abbaus protestiert.

Bewohner der direkt betroffenen Orte befürchten unter anderem, dass durch die Schwingungen der schweren Lkw die Häuser in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem wären die vorhandenen Brücken nicht für den Schwerlasttransport geeignet. Die Stadt lehnte in ihrer Stellungnahme nun erneut den Antrag auf Zulassung des Betriebsplanes ab. Erleichterung herrschte auch bei den Gästen der Sitzung, die extra wegen diesem Tagesordnungspunkt anwesend waren. Stadtrat Oliver Widdecke (UWG) aus Kathendorf sagte: "Ich finde es eigentlich traurig, dass dieses Thema immer wieder aktuell ist. Ich kann nur an die Stadträte appellieren, dass wir uns einig sind, um das Landesamt für Bergwesen endgültig davon zu überzeugen, dass wir den Gesteinsabbau nicht wollen."

Mit 24-Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde Bürgermeisterin Silke Wolf (Die Linke) beauftragt, die ablehnende Haltung in der Stellungnahme an das Landesamt für Bergwesen weiterzureichen.

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