Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) und Andrik Krüger vom Paritätischen haben am Mittwoch die Vereinbarung zum künftigen Betrieb des Mehrgenerationenhauses EHFA unterzeichnet. Eröffnet werden soll es am 8. Januar kommenden Jahres.

Haldensleben l Selten steht eine Baustelle so im Fokus des öffentlichen Interesses wie gestern die für das Mehrgenerationenhaus EHFA. Zahlreiche Haldensleber nutzen neben den potenziellen Mietern den "Tag der offenen Schaustelle" für einen Rundgang durch das Haus, in dem Arbeiten noch in vollem Gange sind.

Für die Stadtverwaltung bedeutet dieser Termin allerdings viel mehr als nur die Möglichkeit einer Baustellenbesichtigung: Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler und Andrik Krüger, der Geschäftsführer der Paritätischen Sozialwerke (PSW), unterzeichnen öffentlich den Betreibervertrag für das EHFA. Damit sind die PSW nun offiziell die Hausherren, wobei "Ein Haus für alle" künftig allerdings von einer Hausherrin geleitet wird. Sylke Kühling soll als Quartiersmanagerin ab dem 1.Januar 2015 die Geschicke des Hauses lenken. Doch die 46-Jährige ist bereits jetzt als Ansprechpartnerin fast täglich vor Ort zu finden.

"Wir unterschreiben den Betreibervertrag mit ruhigem Gewissen", erklärt Bernd Zürcher, Regionalstellenleiter des Paritätischen Sachsen-Anhalt. Er beruft sich dabei auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in der Vergangenheit, die das Konzept für das Mehrgenerationenhaus erst habe wachsen lassen. "Und wir haben einen verlässlichen Partner gesucht, der über Erfahrungen mit sozialen Einrichtungen verfügt. Den haben wir mit dem Paritätischen gefunden", ist Norbert Eichler auch von einer weiteren guten Zusammenarbeit überzeugt.

Aus Idee wurde 6 Millionen Euro schwere Investition

Was gedanklich im Jahr 2006 seinen Anfang nahm und als Modellprojekt - um den städtebaulichen Missstand in der Bülstringer Straße zu beseitigen - unter der baulichen Federführung der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft Saleg in die Tat umgesetzt wurde, ist mittlerweile zu einer gut 6Millionen Euro schweren Investition gewachsen. Denn das Mehrgenerationenhaus will viel mehr sein als nur ein einfacher Treffpunkt. Deshalb sind im ersten Bauabschnitt des EHFA an der Bülstringer Straße auch drei Häuser mit 19 Wohnungen entstanden, in denen Menschen jeden Alters wohnen - vom Kleinkind bis zum Senior.

Der zweite Bauabschnitt an der Gröperstraße umfasst den öffentlichen Teil des EHFA. Hier werden ab dem 8. Januar kommenden Jahres verschiedene Beratungsangebote gebündelt unter einem Dach zu finden sein. Auch eine Seniorenbegegnungsstätte sowie ein überdachter Marktplatz mit Cafeteria gehören dazu. Die Einrichtung einer Kindertagesstätte in Trägerschaft der Lebenshilfe Ostfalen ist ebenso vorgesehen wie der Betrieb einer Küche für eine Mittagsversorgung, wobei für Letzteres noch ein Betreiber gesucht wird. "Wir haben das zwar schon ausgeschrieben, doch bisher ohne Erfolg", bedauert Bürgermeister Eichler. Erfolgreicher scheint dagegen der Kampf gegen die geplante Schließung der Schwangerschafts- und Sexualberatungsstelle verlaufen zu sein. "Hier ist ein Lichtstreif am Horizont zu erkennen, denn auch diese Beratungsstelle wird mit in das EHFA einziehen", verkündet das Stadtoberhaupt

Freie Räume warten noch auf Nutzer

Auch wenn das Gebäudeinnere derzeit noch eine Baustelle ist, die Schaulustigen nehmen die Einladung zu einer Besichtigungstour gern an. Welche Einrichtungen künftig wo ihren Platz finden werden, erklärt ihnen dabei unter anderem auch Mirko Günther vom PSW, der am EHFA-Konzept mitgefeilt hatte. Er verweist zudem noch auf freie Räume im Haus. Sie können als Arbeitsplätze oder Besprechungsräume, ausgestattet mit entsprechender Infrastruktur wie Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon und Beamer, auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis zur Verfügung gestellt werden. Mit diesem sogenannten Co-Working möchten Stadtverwaltung und Paritätischer die Bildung von Gemeinschaften im EHFA ermöglichen.

Für die kaufmännische und technische Verwaltung des Hauses ist seit gestern die Haldensleber Wohnungsbaugesellschaft Wobau - ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt - zuständig. Diese Aufgabe haben ihr die PSW ebenfalls per Vertrag übertragen.

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