Die Handballer des HSV Haldensleben haben sich mit einem 35:29 (17:15)-Erfolg gegen den HSV Magdeburg Selbstvertrauen für das neue Jahr geholt. Andy Krüger war dabei mit acht Toren erfolgreichster Werfer für den Sachsen-Anhalt-Ligisten. Die Saison geht für Haldensleben am 10. Januar in Calbe weiter.

Haldensleben (dh) l Disco in der Ohrelandhalle: In der Kabine herrschte am Samstagabend erhöhte Tinnitus-Gefahr. Der zeitlose Steppenwolf-Song "Born to be wild" schoss aus dem Kassettenabspielgerät nach dem 35:29 (17:15)-Erfolg der Haldensleber gegen den HSV Magdeburg. So wild waren die Gastgeber dabei gar nicht, dafür 48 Minuten lang höchst konzentriert. "Wir gehen mit einem Erfolgserlebnis in die Weihnachtspause. Da nimmst du gleich das Selbstvertrauen mit. Und wenn wir im neuen Jahr gegen die vermeintlich Kleinen punkten können, dann wird`s auch was mit mehr Haben als Soll auf dem Konto", erklärte Trainer Matthias Schröder. Noch sind es 10:14 Punkte - und Tabellenrang acht in der Sachsen-Anhalt-Liga.

Der Erfolg gegen den bis dato Tabellenzweiten aus Magdeburg hatte zugleich die herbe Niederlage sieben Tage zuvor beim Schlusslicht Germania Borne in ein realistisches Licht gerückt: "In Borne haben wir die mit Abstand schlechteste Saisonleistung gezeigt", meinte Schröder. Und womöglich kam diese genau zur rechten Zeit.

Am Sonnabend lief es in allen Bereichen nämlich gut. "Wir haben uns gut auf den HSV eingestellt, wussten, wer welche Rolle übernimmt. Wir wollten eigentlich noch ein wenig kompakter stehen und Würfe vor allem nur über die Außen zulassen", analysierte Schröder. Sein Team konnte aber die Außen besser verhindern als den besten Magdeburger Werfer Michael Jahns, der bis zu seinem Revanchefoul an Christoph Hilliger mit anschließender Disqualifikation (39./21:17) elf Treffer vornehmlich aus der Mitte des Rückraums markierte.

Mit der Roten Karte gegen Jahns war aber zugleich eine Lebensversicherung des Kontrahenten von der Platte, mit Mario Seifert (Urlaub) hatte ein zweiter Garant im HSV-Spiel gefehlt. Damit war der Weg frei für den Gastgeber, der auf eine Angriffseffektivität von 61 Prozent bei acht technischen Fehlern kam. In der 48. Minute markierte Patrick Dannehl also das 30:22. Der 22-Jährige verdiente sich Schröders Lob und seine Hoffnung zugleich: "Perspektivisch muss er den Anspruch haben, Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich hoffe, dass er Blut geleckt hat", sagte der Coach, der auf David Stolze (Rücken) und Maximilian Rühl (Sehnenreizung) verzichten musste.

Nicht verzichten konnte Haldensleben auf eine sehr eigentümliche, aber ebenso sehr obligatorische Phase: "Wir hatten wieder unsere zehn Minuten, in denen gar nichts mehr ging und wir die falschen Entscheidungen trafen", sagte Schröder kopfschüttelnd. Nach dem 30:22 traf Haldensleben sechs Minuten nichts, bis Dannehl zum 31:25 (54.) traf. Und nach dem 31:25 traf Haldensleben vier Minuten nichts, bis Christoph Hilliger zum 32:28 (58.) traf. "Egal", meinte Schröder: "Für uns sind zwei Punkte die Hauptsache." Fehlte nur noch der Pharrell-Williams-Song: "Happy".

HSV Haldensleben: Mocker/Domann - Möritz (1), Hilliger (7), Teßmann (5), Bierhals, Mucheyer, Fister (2), Wille, Tysack (6/3), Krüger (8), Dannehl (6)

Zuschauer: 50. Siebenmeter: Haldensleben 3/3 - Magdeburg 1/1. Zeitstrafen: Haldensleben: 2 - Magdeburg 5. Rot: Michael Jahns (39./Magdeburg/Revanchefoul)