Das Ende Oktober auf dem Mittellandkanal bei Oebisfelde verunglückte Güterschiff "Rothensee" hat auch seine letzte Reise "unbeschadet" überstanden. Jetzt liegt das Boot im niedersächsischen Papenburg zur Verschrottung in einer Werft.

Landkreis Börde l Vier Wochen hatte die Zwangspause der havarierten "Rothensee" gedauert. Nach der geglückten Bergung des 67 Meter langen Schiffes, das am 28. Oktober nach einer Kollision mit einem anderen Schiff auf dem Mittellandkanal bei Oebisfelde gesunken war, lag es im Haldensleber Südhafen vor Anker, um für den Abtransport vorbereitet zu werden. Hier wartete die "Rothensee" darauf, endlich ihre letzte Reise in das niedersächsische Papenburg anzutreten, wo sie endgültig verschrottet werden soll. "Der seitens des Verschrotters mit dem Transport beauftragten Reederei aus Berlin stand zwischenzeitlich hierfür einfach kein geeignetes Schubfahrzeug zur Verfügung", teilte ein Sprecher der Haldensleber Außenstelle des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen der Volksstimme mit.

Nach dem langen Warten traf in der vergangenen Woche endlich das Schubboot "Ed Bär" in Haldensleben ein, so dass alles für den Transport startklar gemacht werden konnte. Nach letzten Vorbereitungen am Montagvormittag konnte der Verband aus "Rothensee" und "Ed Bär" dann endlich seine tatsächlich letzte Reise antreten. "Fast eine Woche waren die beiden Schiffe auf dem Mittellandkanal, dem Dortmund-Ems-Kanal und der Ems unterwegs. Am Sonntag sind sie dann in Papenburg angekommen", teilte Kai Römer vom Schifffahrtsamt gestern mit. Die gesamte Überführung hätte sehr gut geklappt.

Währenddessen sind die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei gegen des Unfallverursacher wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr vorerst abgeschlossen. Die Akte läge jetzt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft, sagte ein Sprecher der Magdeburger Wasserschutzpolizei. Zwar habe bei der "Rothensee" ein technischer Defekt vorgelegen, der Unfall hätte jedoch durch den Schiffsführer des zweiten an der Kollision beteiligten Bootes verhindert werden können. "Hier liegt ganz klar ein Fehlverhalten des Schiffsführers vor", so der Polizeisprecher weiter. Ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, stellt sich im kommenden Jahr heraus.