Die Wartezeit auf das Weihnachtsfest verkürzen sich die Eickendorfer auf besondere Weise. Sie verwandeln den Platz vor der Kirche in eine Weihnachtszauberwelt. Im Gotteshaus haben Pastorin Esther Spenn und die Chorknaben eine hölzerne Maria willkommen geheißen. Der Erlös des Adventsmarktes ist für den Erhalt der Kirche.

Eickendorf l Um Geld in die Kirchenkasse zu bekommen, lassen sich die Eickendorfer immer wieder etwas Neues einfallen. In diesem Jahr locken die Männer des "Knabenchores" ihr Publikum in die Kirche und anschließend zum Adventsmarkt. Während die Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren Spendengelder für die Reparatur der Kirchturmuhr, für die Bankheizung, für die Glockenanlage und dann für die Restauration der Deckenmalerei im Gotteshaus gesammelte hatten, ist nun die Erneuerung des Kirchendaches das große Ziel.

"Im neuen Jahr muss unbedingt das Dach gemacht werden", blickt Pastorin Esther Spenn voraus. Etwa 45000 Euro sind für die Dachsanierung notwendig. "Eigenmittel haben wir nicht mehr viel, denn diese Mittel sind schon für die Restauration des Deckengemäldes draufgegangen. Aber dafür können die Eickendorfer mit Eigenleistung wieder ihren Anteil am neuen Dach erbringen. Die Eickendorfer können gut handwerklich mit anpacken", weiß die Pastorin aus Erfahrung. Außerdem seien wieder Fördermittel bei allen möglichen Stellen, wie beim Kirchenkreis, beantragt.

Neu im Gotteshaus ist eine handgeschnitzte Maria-und-Kind-Figur. Mitglieder und engagierte Freunde des Gemeindekirchenrates entdeckten die schöne Maria bei einer Reise und einem Besuch der Volkskunstwerkstatt in Sosa im Erzgebirge. "Wir haben eine Nacht überlegt. Wir wissen, dass wir sparsam sein müssen, aber die Maria passt einfach so gut in unser Gotteshaus. Deshalb haben wir sie mit nach Eickendorf genommen", erinnern sich die Frauen des Kirchenvorstandes, während sie Plätzchen verkaufen.

"Die Eickendorfer feiern nicht nur zusammen, sondern sie reisen auch gemeinsam", erklärt Esther Spenn. Dann heißt sie die Gäste des Adventsmarktes und die Knaben des Chores willkommen. "Ich begrüße jemanden neues in unserer Mitte - unsere Maria. Sie werden vielleicht denken, Maria steht doch sonst eher in katholischen Kirchen. Wir sind doch evangelisch. Aber das macht nichts, denn Maria ist eine beeindruckende starke Frau, die viel durchgestanden und viel ausgehalten hat", erklärt die Pastorin. Maria sei ein Vorbild für alle Frauen. "Starke Frauen gibt es in Eickendorf auch viele, da passt sie ganz gut hier her", betont die Geistliche.

Schmunzelnd gibt sie den Männern des Ortes den Rat, wenn mal die Frau zu Hause griesgrämig guckt, sollten die Herren in die Kirche gehen, denn Maria lächelt dort nun immer. "Maria verbindet uns auch, denn mit vereinten Kräften haben wir den Kauf der Figur finanziert. Nur deshalb kann sie heute hier stehen", betont Esther Spenn und meint mit dem Blick auf die geplante Erneuerung des Kirchendaches zuversichtlich: "In Eickendorf haben wir bisher alles geschafft."

Zum nächsten Gottesdienst treffen sich die Eickendorfer am Heiligabend um 15 Uhr in der kleinen Dorfkirche. Eine Andacht mit Abendmahl hält Pastorin Esther Spenn am Silvester um 16 Uhr.

 

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