Unter dem Motto "Tradition gegen moderne Küche" haben die Gäste des Neujahrsgrillens der Calvörder Feuerwehr die Herausforderung zum Kochduell im Wald angenommen. Schon seit 52 Jahren ist es der Brauch der Brandschützer, das neue Jahr beim Grillen gebührend zu begrüßen.

Calvörde l Nur Eingeweihte finden den geheimnisvollen Ort auf den Calvörder Bergen. "Wir waren schon gestern hier, um die ersten Vorbereitungen zu treffen. Ich bin heute morgen schon sehr früh aufgestanden. Um 8 Uhr haben wir das Feuer angezündet, damit die ganze Meute es jetzt schön warm hat und das Grillfest beginnen kann", erklärt Alois Ackermann, der immer als "Brennmeister" der erste Mann vor Ort ist.

"Über 30 Kilogramm Fleisch und 15 Weißbrote haben wir für das Grillfest gekauft", verrät Ingo Lüer, Vorsitzender des Calvörder Feuerwehrvereins. Am Abend zuvor hatte der harte Kern des Organisatorenteams Fleisch, Leber, Speck, Gurken und Zwiebeln für die Schaschliks geschnitten", sagt Lüer. Während die meisten Gäste ihre Spieße zusammen stellen, baut Wolfgang Lindner, der sich schon einen Namen als Chefkoch gemacht hat, seinen eigenen Kochstand auf. "Bei den Spießen kann doch mal etwas ins Feuer fallen. Das kann mit der Pfanne nicht passieren. Außerdem kann ich alles besser würzen", erklärt Lindner die Zubereitung des Gaumenschmauses. Und auch Michael Böwing holt seine eigene Bratpfanne aus dem Rucksack. Auf die Seite der modernen Küche haben sich auch Marcel Schmittke und Lutz Lichtner mit ihren Edelstahlpfannen geschlagen. Die gleichen Zutaten, aber die Art der Zubereitung ist unterschiedlich. So kann das Kochduell beginnen. "Wir hatten beim Grillen schon Frost, Schnee, Regen und auch Plusgrade. Heute pfeift der Fuchs, aber die Bäume bieten uns Schutz", freut sich Ackermann. Der 83-jährige Calvörder ist der älteste in der Runde, während Mia Tamara Becker mit einem Lebensjahr und neun Monaten zu den jüngsten Gästen gehörte. Zum ersten Mal beim Grillfest dabei ist Zahnärztin Claudia Märtens. "Wer weiß, vielleicht brauchen wir heute noch einen Doktor", feixen die Gäste. Die Stimmung ist ausgelassen. Es wird viel geplaudert und gelacht. Manche tragen ein kleines Glas mit einem roten Band um den Hals, um auch bei Bedarf einen Schluck vom Frostschutzmittel zu tanken.

"Die Feuerwehrleute haben sich das Fest verdient, schließlich waren sie das ganze Jahr über einsatzbereit", weiß Lindner und verteilt Kostproben, die er mit Rotwein und Butter verfeinert hat.

"Egal, ob das Mahl aus der Pfanne oder vom Feuer besser schmeckt. Niemand geht wieder hungrig aus dem Wald", versichert Lüer. Ehrensache sei auch, dass später niemand in der Dunkelheit zurückgelassen wird. "Die Kameradschaft geht über alles", betont der Vorsitzende. Klare Sache sei auch, dass der Grillplatz im Wald nach dem Fest wieder sauber und ordentlich verlassen wird.

 

Bilder