Zu einem Neujahrsempfang mit Sekt und vielen Gesprächen haben Etingens Ortsbürgermeister Wolfgang Kapps und die Mitglieder des Ortschaftsrates die Vertreter von ortsansässigen Betrieben, von Vereinen, der Kirche und anderen Institutionen im Sportlerheim begrüßt. Es hat heftige Kritik, aber viel Lob für die engagierten Bürger gegeben.

Etingen l "Ich habe eine verletzte Hand, bin heute trotzdem dabei und muss vorsichtig sein. Aber die Anwesenden haben sicher keinen Grund, sich mit mir zu prügeln", sagte Etingens Ortsbürgermeister Wolfgang Kapps (parteilos) am Freitagabend schmunzelnd. Prügel als Strafe hätten jedoch wohl diejenigen Rowdys verdient, die die Weihnachtsbaumbeleuchtung abgerissen und zerstört haben.

"Zum letzten Mal habe ich zum Neujahrsempfang eingeladen, denn Anfang Juli endet meine Amtsperiode", verkündete Kapps, der dann 21 Jahre als Bürgermeister von Etingen tätig war. "Das war eine lange Zeit. Aber jetzt kann so ein Ortsbürgermeister sowieso nicht mehr viel machen oder bestimmen, der Stadtrat beziehungsweise die Einheitsgemeinde-Bürgermeisterin haben das Sagen", schilderte der Ortschef.

Eingeladen hatte er - wie auch im Jahr zuvor - alle Bürger, die sich für den Ort engagierten. "In diesem Jahr ist noch Jürgen Genau als Gast dazu gekommen. Er hatte im vergangenen Jahr den Weihnachtsbaum spendiert. Unsere Stadt hat ja kein Geld mehr für Weihnachtsbäume, deshalb musste ein Baum privat gesponsert werden", sagte Wolfgang Kapps.

Der Bürgermeister erinnerte sich, dass er vor Jahren beim Neujahrsempfang immer aufgezählt hat, was alles im Jahr zuvor geschaffen und erreicht wurde. Jetzt bei der leeren Stadtkasse gäbe es nicht viel zu berichten. Das gemeindeeigene Gebäude, die leerstehende Schwesternstation, konnte 2014 verkauft werden. "Wir haben noch zwei weitere Grundstücke, die wir eigentlich auch 2014 schon verkaufen wollten. Ich hoffe, dass der Stadtrat dafür noch grünes Licht gibt und dass dieses Geld dann auch dem Ort Etingen zugute kommt", blickte Kapps voraus.

Seniorenfeier gelingt mit Hilfe von privaten Spendern

Selbst zur jährlichen Rentnerfeier versuchte der Ortschef vergeblich, die 300 Euro, die die Gemeinde sonst immer dazugelegt hatte, zusammen zu bekommen. "Wie gut, dass es noch private Spender gab. Nur deshalb konnten die Senioren - wie gewohnt - eine schöne Feier erleben."

Nicht nur das Gemeindeleben, sondern die Arbeit der Feuerwehr würde unter der verordneten Sparsamkeit leiden. Auch die Durchführung des Neujahrsempfanges sei, weil kein Geld da ist, in Gefahr gewesen. "Der Ortsrat hat entschieden, dass wir diesen Empfang doch als Dankeschön für die Ehrenamtlichen veranstalten. Vielleicht finden sich ja noch Sponsoren", sagte er mit einem Blick in die Runde.

Froh ist Kapps, dass sich trotzdem immer wieder engagierte Einwohner finden würden, die ganz ohne Bezahlung Gutes tun und dafür sorgen, dass das dörfliche Leben funktioniert. Lobende Worte gab es für die Vertreter der Vereine und Institutionen, die das Dorffest und auch den Weihnachtsmarkt zu einem Erfolg werden ließen. Als gutes Beispiel nannte er das Engagement der Mitglieder des Fördervereins der Kindertagesstätte "Mühlenstrolche", die immer wieder Ideen haben, um Geld für die Einrichtung zu bekommen. Lobende Worte gab es für das Team des Kindergartens, die unter anderem mit den Sprösslingen für die Jubilare im Ort Ständchen singen und immer bei der Gestaltung der Dorffeste mitwirken.

"Wir haben jetzt eine Bewegungsbaustelle. Die Kinder können dort mit Alltagsgegenständen, wie mit Rohren und Brettern, selbst etwas bauen", erklärte Kita-Leiterin Katja Kapps. "Ergänzt werden soll die Baustelle mit einer Werkstatt, in der die Mädchen und Jungen selbst hämmern und schrauben können. Dazu suchen wir noch ein kleines Häuschen, einen alten Bauwagen oder eine ausgediente Gartenlaube", beschrieb Janina Schlee, Vorsitzende des Kita-Fördervereins. Wer so ein Häuschen zu verschenken hat, könnte sich bei den "Mühlenstrolchen" melden.

Voran ging es im vergangenen Jahr auf dem Gelände des Friedhofes. Eine Etingerin hatte eine große Geldsumme gespendet. So konnte zum einen eine Vorrichtung für Blumen angeschafft und zum anderen Pflanzen gesetzt werden.

Ein Dankeschön bekam auch Wilhelm Riecke, der vor über fünf Jahren die Internetseite für den Ort unter www.etingen.de angelegt hatte. Riecke wünscht sich, dass die Etinger mit ihren Beiträgen, Fotos oder Kommentaren die Seite noch interessanter mitgestalten. Ein Lob ging auch an Erika Paepke, die jedes Jahr auch eine Birke und das Maigrün zur Verfügung stellt.

Hans-Günter Kapps, Vorsitzender des Etinger Reitvereins, kündigte an, dass vom 23. bis zum 26. Juli wieder das Drömlingsturnier stattfinden wird. 2014 legte der Reitverein eine Kreativpause ein. "Es sind alle wieder dabei, damit das Turnier ein Erfolg wird", blickte der Vereinsvorsitzende voraus. Außerdem soll es auf Initiative des Reitvereins einen Bowling-abend und ein Sommerfest für die Kinder geben", kündigte Hans-Günter Kapps an.